Darstellerin verklagt Produzenten
„GZSZ“ vor Bundesarbeitsgericht

Nach ihrem vorzeitigen Ende in der RTL-Soap „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ verklagt Darstellerin Stefanie Julia Möller die Produktionsfirma vor dem Bundesarbeitsgericht (BAG) in Erfurt. Nach Aussagen ihres Anwalts Simon Bergmann verlangt die 23-jährige Schauspielerin rund 30 000 Euro Gehalt von der Grundy UFA TV Produktions GmbH.

HB/dpa ERFURT. Diese Summe stehe ihr zu, weil ihre Rolle als Charlotte Bohlstädt ein halbes Jahr vor Vertragsende aus der Serie geschrieben worden sei. Das BAG will am 2. Juli verhandeln.

„Es geht nicht darum, meine Mandantin zurück auf den Bildschirm zu holen“, sagte Bergmann der dpa. Ziel sei vielmehr, auch in der Serienbranche einen ordentlichen Kündigungsschutz zu erreichen. „Andere Unternehmen müssen schließlich auch zahlen, wenn sie Verträge vorzeitig auflösen.“ Bislang berufe sich die Firma jedoch auf eine Klausel, wonach der Vertrag endet, wenn die Rolle entfällt. Die Produzenten begründen dies damit, dass sie auf Zuschauerinteressen flexibel reagieren können müssen.

Im Fall von Möller entfiel die Rolle, als sich die Zuschauerquote im Jahr 2000 negativ entwickelte. Nach einer Medienanalyse wurde die Rolle gestrichen und Charlotte Bohlstädt verabschiedete sich in der Soap Anfang 2001 zu ihrer Mutter nach Südfrankreich. Die Darstellerin hatte zum 2. März 2001 ihre Kündigung erhalten, obwohl ihr Vertrag nach Angaben ihres Anwalts rund vier Monate zuvor um ein Jahr verlängert worden war.

Potsdamer Arbeitsrichter hatten Möller, die in Berlin lebt und seit dem Ausstieg bei „GZSZ“ verschiedene Theaterengagements hatte, das Geld zugesprochen. Im Berufungsprozess folgte das Brandenburger Landesarbeitsgericht jedoch der Argumentation der Produzenten. Nun muss das BAG entscheiden. Die Klägerin kündigte an, zum Prozess nach Erfurt zu kommen.

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