Deutsche-Bank-Chef
Ackermann – von wegen Topverdiener

Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, Josef Ackermann, hat im vergangenen Jahr knapp 13,6 Mill. Euro verdient und führt damit die Liste der bestverdienenden Konzernlenker Deutschlands an. International kann er jedoch nicht mithalten. Dort geht es um ganz andere Summen.

FRANKFURT/DÜSSELDORF. Aus dem Geschäftsbericht der einzigen deutschen Bank von globaler Bedeutung geht hervor, dass Ackermann 2006 rund 13,2 Mill. Euro verdient und zusätzlich einen Beitrag zur Altersvorsorge von knapp 380 000 Euro erhalten hat. Damit liegt Ackermann nach Handelsblatt-Berechnungen an der Spitze der Einkommensrangliste im Deutschen Aktienindex (Dax). An zweiter Stelle rangiert bereits abgeschlagen RWE-Chef Harry Roels mit 8,2 Mill. Euro. Am Ende findet sich Tui-Chef Michael Frenzel mit 2,6 Mill. Euro.

Von den 30 Dax-Konzernen haben lediglich SAP und die Commerzbank die Gehälter für 2006 noch nicht veröffentlicht. Der Konzernbericht der Commerzbank wird morgen publiziert. Bankchef Klaus-Peter Müller, der 2005 gut drei Mill. Euro verdient hat, wird seinen Kollegen Ackermann kaum überrunden können. Allerdings wird nach den jüngstenGewinnsteigerungen des Instituts mit einem deutlichen Aufschlag für Müller gerechnet.

Ackermanns Grundgehalt belief sich 2006 auf 1,1 Mill. Euro; der Rest bestand aus erfolgsabhängigen Zahlungen. Insgesamt erhielt der Schweizer damit rund zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Dem steht ein Zuwachs beim Vorsteuergewinn der Deutschen Bank von rund 30 Prozent auf ein Rekordergebnis vor Steuern von 8,1 Mrd. Euro gegenüber. Ins Gerede gekommen war das Gehalt Ackermanns, als er trotz sprudelnder Gewinne und steigender Managergehälter 2005 den Abbau von mehr als 6 000 Stellen durchsetzte. Die Bankengewerkschaft Verdi hatte zuletzt eine Deckelung der Vorstandsbezüge auf das 20fache eines Tarifgehalts gefordert. Zum Vergleich: Ackermann lag 2006 beim 240fachen.

Aktionärsschützer waren in ihrer Einschätzung moderater: „Herr Ackermann hat das Unternehmen gut positioniert. Die Aktionäre haben kaum Grund zu klagen“, sagte Jürgen Kurz vom Aktionärsverband DSW. In Deutschland sei Ackermann die Spitze, international eher im Mittelfeld. In der Tat kann der deutsche Topbanker international kaum mithalten. So verbuchte Goldman-Sachs-Chef Lloyd Blankfein für 2006 allein einen Bonus von umgerechnet gut 40 Mill. Euro. Sein Merrill-Lynch-Kollege Stan O’Neal kam auf knapp 36 Mill. Euro. In Kontinentaleuropa ist die Konkurrenz weniger weit enteilt. UBS-Chef Marcel Ospel erhielt 2006 gut 28 Mill. Euro, Credit-Suisse-Chairman Chef Walter Kielholz kam auf 17,5 Mill. Euro. „Dass die Manager bei dem aktuell boomenden Geschäft profitieren, ist in Ordnung“, sagte Kurz. „Es bleibe abzuwarten, ob die Konzerne bei schrumpfenden Gewinnen in der Zukunft ebenso konsequent seien.

Während bei den internationalen Großbanken heftige Gehaltssprünge – etwa bei Kielholz um ein Drittel – keine Seltenheit waren, waren die Zuwächse bei der Deutschen Bank geradezu moderat. Ackermann verbuchte ein Plus von rund zehn Prozent; die ausgewiesenen Einkünfte der übrigen Vorstände stiegen um rund zwei Prozent. Da der Großteil der Bezüge erfolgsabhängig ist – also an die Ziele für das Unternehmensergebnis und die Entwicklung des Aktienkurses gekoppelt wurden –, muss man vermuten, dass der Aufsichtsrat seinen Vorständen ambitionierte Ziele gesteckt hatte. Immerhin hat die Bank ein Rekordergebnis eingefahren und in den – für den Bonus maßgeblichen – Jahren 2005 und 2006 ihren Aktienkurs um 55 Prozent gesteigert.

Den größten Batzen für den Chef

Vorsprung: Innerhalb des Konzernvorstands der Deutschen Bank liegt Ackermann deutlich vor seinen Kollegen. So verdiente Tessen von Heydebreck rund 5,5 Millionen Euro.

Aufstockung: Vor allem die zwischenzeitliche Aufstockung auf fünf Mitglieder hat die Gesamtkosten erhöht. Zum Vergleich: Der Porsche-Vorstand erhielt 2004/2005 mehr als 45 Millionen Euro.

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