Die Beratungsunternehmen treten wieder als Anwerber auf
Zeiten für MBA-Absolventen werden wieder besser

Optimismus verbreitet der „topmba.com International Recruiters Survey“, der MBA-Jobmarktbericht des in London ansässigen Veranstalters der weltweiten World MBA Tour. Seit 1990 veranstaltet topmba.com diese Umfrage alljährlich; in diesem Jahr wurden 4 000 Personaler weltweit befragt. Die wichtigsten Ergebnisse, die das Handelsblatt exklusiv vorstellt, lassen hoffen: Die Gehälter ziehen wieder an. Die Zeiten werden besser.

Das durchschnittliche Einstiegsgehalt eines MBA-Absolventen einer europäischen Schule werde 2003 bei 75 366 US-Dollar liegen, hat topmba.com errechnet. Das liegt zwar unter dem Niveau der goldenenen Jahre 2000 und 2001, aber schon deutlich über den Vorjahren. „Weltweit sind die Durchschnittsgehälter für MBA-Absoventen in den letzten sieben Jahren um 16,5 Prozent gestiegen“, zeigt die Auswertung.

Doch solche statistischen Mittelwerte verdecken sehr unterschiedliche Realitäten, denn sie gelten nicht für alle Länder und alle Wirtschaftsbereiche - und nicht für alle Schulen. „Unsere Umfrage zeigt, dass es etwa zehn bis zwanzig Schulen in den USA und ebensoviele Schulen in Europa gibt, die allen internationalen Unternehmen bekannt sind und deren Absolventen die Recruiter bevorzugt einstellen“, vermerkt der Bericht. Und nur deren Gehälter bewegen sich auch in spektakulären Sphären.

Für Absolventen europäischer Top-Schulen zahlen Consulting-Unternehmen Einstiegsgehälter von 70 000 bis 140 000 Euro, Investmentbanken 75 000 bis 130 000 Euro plus Boni, Industrieunternehmen 60 000 bis 130 000 Euro.

In der Spitzenliga: IMD (Lausanne) mit einem Absolventendurchschnittsgehalt von 105 000 Euro, Insead (Fontainebleau) mit etwa 95 000 Euro und die London Business School. Die Kehrseite der Medaille steht auch im Bericht: „Allerdings zeigt sich, dass die hohen Gehälter, die Absolventen dieser Schulen verlangen können, viele kleinere Unternehmen abschrecken. Das ist die Chance von Wirtschaftshochschulen von nur nationaler Bedeutung, insbesondere auch in Deutschland.“

Im Klartext: Wer seinen MBA an der Handelshochschule Leipzig, der WHU Koblenz oder dem Simt macht, kann zwar nicht von solch astronomischen Gehältern träumen, hat aber doch gute Job-Chancen.

Der Aufwärtstrend ist nicht in allen Wirtschaftsbereichen gleich stark. Am stärksten wächst die Nachfrage im Consulting, sowohl bei den bekannten Namen, die direkt an Business Schools rekrutieren, als auch bei den zahllosen kleinen. Den größten Bedarf haben nach der Befragung Accenture, AT Kearney/EDS, Boston Consulting Group, Booz Allen, Bain & Company, Deloitte Consulting, IMB Consulting, McKinsey & Co, Mercer Management Consulting und Roland Berger.

Sehr viel verhaltener ist die Nachfrage bei den Investmentbanken, dem zweiten klassischen Verwendungsfeld für MBA-Diplomanden. Allerdings erwarten auch hier die Großen im Geschäft wie etwa Goldman Sachs eine deutliche Verbesserung in den nächsten Monaten. In der Industrie zeigen Pharmaunternehmen wie Eli Lilly, Johnson & Johnson, Glaxo-Smith-Kline und Pfizer sowie die großen Konsumgütermultis wie etwa Procter & Gamble oder Unilever den größten MBA-Bedarf.

Für 2004 sagt topmba.com eine weitere Steigerung der Einstiegsgehälter voraus. Allerdings vor allem für Nordamerika und Asien. Aber MBA-Absolventen sind ja mobil ...

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