Die einflussreichen Ranglisten der angeblich besten Business Schools sind in die Kritik geraten
Die Besten in den USA

Nirgendwo sind Rankings, Ranglisten der besten Hochschulen, so wichtig wie in den USA. Sie entscheiden in hohem Maße, wohin sich die besten und die zahlungswilligsten Interessenten für die zum Teil sehr teueren Uni-Programme orientieren. So erstaunt es nicht, dass eine dauerhaft schlechte Platzierung auf einer der einflussreichen Listen schon Business- School-Chefs ihren Job gekostet hat. Und die Schulen unternehmen große Anstrengungen, die für sie günstigsten Daten herzustellen, auf denen diese Rankings beruhen.

HB DÜSSELDORF.Denn kein Ranking ist unfehlbar und nicht manipulierbar. Beispiel Gehalt: Viele Rankings bewerten Business Schools (teilweise) nach den Durchschnittsgehältern von MBA- Absolventen. Den Kontakt zu den Ehemaligen stellt aber die Schule her, die also ein gesteigertes Interesse hat, nur die erfolgreichsten Alumni zu melden.

Beispiel Unternehmensmeinung: Manche Rankings fragen Recruiter in großen Unternehmen nach ihrer Einschätzung der Schulen und ihrer Absolventen. Diese Herangehensweise hat ihre Rechtfertigung, macht man einen MBA doch nicht zum intellektuellen Vergnügen, sondern um einen möglichst gut bezahlten Job zu landen. Doch auch auf diese scheinbar objektive Bewertungsgrundlage kann man Einfluss nehmen, wie das Beispiel der Cornell University zeigt. Sie umgarnte Recruiter besonders und flog sie sogar umsonst zu den Bewerbergesprächen. Das Resultat ließ nicht auf sich warten: Im nächsten Jahr fand sich die Schule auf einer besseren Ranking-Position wieder.

So erstaunt es nicht, dass in diesem Jahr zwei der führenden US-Business Schools (Harvard und Wharton) mit ihrem Vorstoß Aufmerksamkeit erregt haben, nicht mehr an Rankings teilnehmen zu wollen. Doch die Initiative war mit einer gewissen Scheinheiligkeit verbunden, hat doch etwa Wharton zwar nicht mehr den Kontakt zu Ehemaligen hergestellt, sonst aber durchaus notwendige Daten geliefert.

Solche Scharmützel sollten nicht darüber hinwegtäuschen, dass Rankings eine notwendige Orientierungs- und Kontrollfunktion haben. Im Übrigen herrscht auch in den USA weitgehend Einigkeit darüber, welches die besten Business Schools sind. Vergleicht man verschiedene Ranglisten über mehrere Jahre, so finden sich (in wechselnder Folge) meistens dieselben Schulen auf den ersten Plätzen wieder. An Chicago, Columbia, Cornell, Harvard, Kellogg, Sloan (MIT), Stanford und Tuck geht kein Weg vorbei.

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