Die FH Südwestfalen nimmt Einkaufszentren ins Visier
Wissen, wo Shoppen am schönsten ist

Für die Studenten an der Hagener Fachhochschule Südwestfalen wirkt der Geschenkemarathon rund ums Weihnachtsfest bis ins neue Jahr hinein. Seit zehn Jahren ziehen sie nun schon jeweils am ersten Adventssamstag in die Einkaufsstraßen Nordrhein-Westfalens, um deren Image zu erforschen. „Marktforschungspraktikum“, heißt das Projekt auf dem Lehrplan der Wirtschaftsingenieurs- und Wirtschaftsinformatikstudenten.

HB HAGEN. Nun liegen die Ergebnisse vor und sorgen für Aufsehen: So hat Gunther Bamler, der für das Projekt zuständige Professor an der Hochschule, zusammen mit seinen Studenten herausgefunden, dass Köln allmählich der nordrhein-westfälischen Einkaufsmetropole Düsseldorf den Rang abläuft, Bad Salzuflen die sauberste und Wuppertal die langweiligste Metropole für Einkaufswütige ist.

Und auch die Studenten können an den Umfragen über die Qualität der Einkaufscentren verdienen. Die Fachhochschule hat dafür ein eigenes Punkteprogramm entwickelt. Jeder Student, der selbst Menschen befragt, die Daten in den Computer eingibt oder an der Auswertung beteiligt ist, bekommt dieses in seinem Punktekonto vermerkt.

Zweimal im Jahr organisiert die Hochschule dann Exkursionen – unter anderem nach New York, Indien, China oder wie im kommenden Oktober nach Mittelamerika. Rund 30 Studenten besichtigen bei dieser Gelegenheit Kraftwerke, Produktionsstätten von Automobilherstellern oder auch einmal eine Schnapsfabrik auf Jamaika.

Die Kosten für die Reisen werden zu einem Großteil durch die Einnahmen aus der Vermarktung der einzelnen Studienergebnisse finanziert. Vor allem Städte in Nordrhein-Westfalen sind an den Ergebnissen interessiert.

Von den Studenten darf an den Reisen teilnehmen, wer in den Monaten zuvor die meisten Punkte gesammelt hat. „Ein funktionierendes Anreizsystem“, nennt der Professor das. Insgesamt können so jedes Jahr rund 60 angehende Akademiker gegen einen geringen Eigenanteil die Welt bereisen.

„Ein wirkliches faires System“, sagt auch Marina Möllenhoff. Die 26-Jährige, die im April ihre Diplomarbeit beginnt, war als „Entlohnung“ für ihr Engagement bei den Umfragen mit der Fachhochschule bereits in Indien und Nepal unterwegs.

Insgesamt sind an der der Fachhochschule Südwestfalen im Fachbereich Technische Betriebswirtschaftslehre 1292 Studenten eingeschrieben, von denen über die Hälfte berufsbegleitend an ihren Abschlüssen arbeiten. Die Hochschule wurde vor fast genau drei Jahren neu gegründet, nachdem die Standorte in Hagen, Meschede, Iserlohn und Soest fusionierten.

Neben den Wirtschaftswissenschaften bietet die Hochschule Agrarwirtschaft, Ingenieurwissenschaften, Informationstechnik und Naturwissenschaften an.

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