Die Großkanzleien verdienen gut – und stellen wieder mehr Junganwälte ein
Die Top-Adressen für Juristen

Wer kann schon so schnell ein Team von 75 Anwälten über 13 Länder aufstellen?“ fragt Matthias Goldbeck, Sprecher der Wirtschaftskanzlei Freshfields in Frankfurt stolz. So viele Juristen sind nämlich nötig für die Beratung der italienischen Bank Unicredito, um die Übernahme der Hypo-Vereinsbank zu stemmen.

Freshfields ist denn auch die jetzt umsatzstärkste Kanzlei in Deutschland, wie das Fachblatt „Juve“ auflistet. Mit 293 Millionen Euro hat Freshfields einen deutlichen Abstand zum Zweitplatzierten, zu Clifford Chance mit 157 Millionen Euro Umsatz. Auf dem dritten Platz folgt Linklaters – mit wenig Abstand – mit 152,7 Millionen Euro und erst danach die erste rein deutsche Kanzlei Hengeler Müller mit 152,1 Millionen Euro Umsatz.

Diese erwirtschaftet jedoch einen sehr hohen Pro-Kopf-Umsatz mit 831 000 Euro je Anwalt gegenüber 530 800 Millionen Euro Pro-Kopf-Umsatz bei dem Erstplatzierten Freshfields. Den Vogel schießt jedoch die Kanzlei Shearman & Sterling ab: Ihre Anwälte bringen es auf stolze 913 300 Euro Pro-Kopf-Umsatz, obwohl sie im Ranking erst auf Platz Neun stehen.

Juve-Redakteur Christoph Tillmanns bescheinigt den Kanzleien, dass sie sich zu Unternehmen gemausert und „eine sichtbare Managementleistung“ erbracht haben. Sie überprüfen laufend die Leistung ihrer Leute – und wer zu wenig bringt, muss gehen. So etwa bei Linklaters oder Lovells.

Tillmanns Fazit ist wichtig für junge Juristen: „Die Partnerschaften dauern nicht mehr automatisch lebenslänglich und sind zudem auch exklusiver geworden.“ Das bedeutet, dass immer weniger junge Juristen bei den Großkanzleien die Chance haben, zum Partner aufzusteigen. Doch die Kanzleien sind darauf aus, die Quote der angestellten Anwälte gegenüber Partnern zu erhöhen – in USA kommen im Schnitt fünf bis sechs Angestellte auf einen Partner –, deshalb werden auch wieder mehr Junganwälte eingestellt. „Dies gilt jedenfalls für die größten 25 Kanzleien hier zu Lande“, berichtet Tillmanns.

Wem es wichtig ist, Partner zu werden, der kommt eher bei Heuking Kühn ans Ziel als bei Rödl & Partner, Weil Gotshal & Manges oder Clifford Chance – bei letzteren kommen auf einen Partner nämlich fünf bis sechs angestellte Anwälte.

Doch insgesamt stehen die Großsozietäten gut da, so Tillmanns: „Der Umsatz der Top-25 ist im Vorjahresvergleich um 6,8 Prozent gestiegen auf 2,15 Milliarden Euro.“ Anders als bei den 40 000 kleinen Kanzleien: Sie erwirtschaften nur 37 Prozent des Gesamtumsatzes.

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