Die meisten Befragten mit Qualität deutscher Hochschulen zufrieden
Studenten befürworten Studiengebühren

Deutschlands Studenten plädieren für tief greifende Reformen an den Hochschulen. Mehr als zwei Drittel von ihnen sprechen sich in einer exklusiven Handelsblatt-Umfrage für die Einführung von Studiengebühren aus. Darüber hinaus fordert die Mehrheit der Befragten das Abitur bereits nach zwölf Schuljahren. Außerdem solle die Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen (ZVS) abgeschafft werden.

BERLIN/DÜSSELDORF. Das Düsseldorfer Meinungsforschungsinstitut Innofact hat in der letzten März-Woche 1 002 Studenten befragt. Die Ergebnisse sind repräsentativ für Studierende in Deutschland. Die Verteilung von männlichen und weiblichen Befragten und die Studienrichtung bilden jeweils die Realität ab. Es wurden keine sozialen Eliten befragt.

Die aktuelle Studie von Innofakt hat als PDF zum herunterladen.

Bei ihrem Votum unterscheiden die Studenten nach der Art des Studiums. 40 % der Befragten können sich Gebühren schon für das Erststudium vorstellen – der größte Teil von ihnen nach Ablauf der Regelstudienzeit. Weitere 30 % sagen, Gebühren sollten erst für das Zweitstudium erhoben werden.

Die Bundesregierung hat vor zwei Jahren für das fristgemäße Erststudium ein Gebührenverbot im Hochschulrahmengesetz verankert. Voraussichtlich in der zweiten Hälfte dieses Jahres wird das Bundesverfassungsgericht entscheiden, ob dies gegen die Bildungshoheit der Länder verstößt. Experten erwarten, dass die Richter das Verdikt kippen werden. Diverse Unionsländer stehen bereits in den Startlöchern, um dann umgehend ihre Studenten zur Kasse zu bitten. Auch die Grünen freunden sich mit Gebühren an. Die SPD hält zwar am Dogma des Verbotes fest – junge Sozialdemokraten sind jedoch für Studiengebühren.

Die Handelsblatt-Umfrage bestätigt den Trend zu einem aufgeschlosseneren Umgang der Studenten mit dem Thema „Studiengebühren“. Vor drei Jahren hatte der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft eine grundsätzliche Bereitschaft zu Studiengebühren bei nur 47 % der Studenten ermittelt. Bis zum vergangenen Dezember stieg dieser Wert auf 59 % an. In der nun vorliegenden Umfrage liegt er mit 70 % noch einmal deutlich darüber. Allerdings scheint es sich hier um eine schweigende Mehrheit zu handeln. Denn die Studentenproteste im vergangenen November und Dezember richteten sich nicht zuletzt gegen Studiengebühren.

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