Die Zeitverschwendung hat Methode
Am liebsten von Angesicht zu Angesicht

Stundenlange Laberrunden beim Chef, langweilige Telefonkonferenzen, eine Flut unnützer E-Mails: Zeitverschwendung gehört in deutschen Unternehmen zum Alltag. Die Autoren einer internationalen Studie schlagen jetzt Alarm. In deutschen Unternehmen läuft der Informationsfluss besonders schlecht. Über zwei Drittel der Berufstätigen verlieren täglich bis zu einer Stunde ihrer Arbeitszeit durch ineffiziente Kommunikation.

Noch schlimmer ist die Situation in den fünf untersuchten Ländern nur in Norwegen. Der jährliche Schaden beträgt allein für deutsche Unternehmen 117 Milliarden Euro.

Für die Studie hat das US-Marktforschungsunternehmen Roper ASW Berufstätige in Deutschland, den USA, Großbritannien, Hongkong und Norwegen befragt. Auftraggeber war der Videokonferenztechnik-Anbieter Tandberg.

Besonders nachlässig sind die Deutschen beim Lesen von E-Mails. Lediglich zwölf Prozent lesen ihre Nachrichten zu Ende, bevor sie sie löschen, ergab die Umfrage. Damit gehen häufig wichtige Informationen verloren, weil sie den Adressaten nie erreichen. Besonders großen Wert legen deutsche Arbeitnehmer dagegen auf persönliche Gespräche von Angesicht zu Angesicht. 92 Prozent der Befragten sehen darin die wichtigste Kommunikationsform. Damit schätzen die Deutschen das persönliche Gespräch besonders stark. In den USA gaben nur 79 Prozent der Befragten die gleiche Antwort, in Hongkong sogar nur 49 Prozent. Als größten Vorteil gegenüber anderen Kommunikationsmethoden nannte die Mehrheit hier zu Lande, dass die Aufmerksamkeit im direkten Gespräch besonders hoch sei. Als großen Pluspunkt nannten Viele auch die nonverbale Kommunikation.

Wer Wichtiges mit seinen Mitarbeitern zu besprechen hat, sollte daher das persönliche Gespräch suchen. Telefonkonferenzen sind keine Alternative, wie die Studie belegt. Ganze 74 Prozent der befragten Deutschen gaben an, dabei unaufmerksam zu sein und nebenbei andere Aufgaben zu erledigen. 29 Prozent lesen oder schreiben beim Zuhören E-Mails, 23 Prozent kritzeln auf Papier herum, 22 Prozent surfen im Internet, elf Prozent essen und acht Prozent träumen vor sich hin.

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