Diebstahlverdacht: Mitarbeiter war nicht erschienen
Anhörung bei Kündigung nicht zwingend

Das Arbeitsgericht Frankfurt am Main urteilte kürzlich, dass Arbeitnehmer bei Diebstahlverdacht auch ohne vorherige Anhörung fristlos entlassen werden können.

Im vorliegenden Fall war ein Mitarbeiter nach einer Videoaufzeichnung in den Verdacht geraten, Reinigungsmittel zum Gebrauch für seine eigene private Unternehmung entwendet zu haben. Ferner war er von Zeugen dabei beobachtet worden, wie er Gegenstände in seinem Wagen verstaute.

Daraufhin lud der Arbeitgeber den Arbeitnehmer zu einer Anhörung, allerdings erschien der Beschäftigte nicht zum angegebenen Termin. Der Arbeitgeber kündigte ihm fristlos, ohne den Mitarbeiter zu dem Vorfall anzuhören.

Der Arbeitnehmer klagte gegen die Entlassung mit der Begründung, er hätte erst zu dem Vorfall gehört werden müssen.

Nach Ansicht der Richter ist ein Arbeitgeber zwar grundsätzlich verpflichtet, einen Mitarbeiter anzuhören, bevor er eine Verdachtskündigung ausspricht. Sofern dieser jedoch einer Einladung zum Gespräch nicht nachkommt, dürfe das Unternehmen auch ohne eine vorherige Stellungnahme des Arbeitnehmers fristlos die Kündigung aussprechen.

(Arbeitsgericht Frankfurt, AZ: 1 Ca 5160/04)

Quelle: Creditreform Nr.03 vom 01.03.2005 Seite 037

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%