Nachrichten
Einführung der Europäischen Krankenversicherungskarte steht bevor

Am 1. 6. 2004 wird die europäische Krankenversicherungskarte in ...

Am 1. 6. 2004 wird die europäische Krankenversicherungskarte in Verkehr gebracht. Mit der Karte sollen die Verfahren für den Zugang zu den Gesundheitssystemen der anderen Mitgliedstaaten vereinfacht werden.
Die europäische Krankenversicherungskarte wird in allen Mitgliedstaaten eingeführt. Auf Antrag können die Länder, die dies wünschen - insbes. Länder ohne eigene nationale Krankenversicherungskarte -, eine Übergangsphase bis Ende 2005 zwischenschalten. Bis Ende 2005 werden alle Mitgliedstaaten die Karte verwenden. Nach derzeitigen Angaben wollen Belgien, Frankreich, Luxemburg, Spanien, Deutschland, Griechenland, Irland, Schweden, Dänemark, Finnland, Norwegen, Estland und Slowenien die Karte ab dem 1. 6. einführen, wenn auch zum Teil erst schrittweise, so dass nicht jeder Bürger schon am 1. 6. 2004 eine Karte haben wird.
Ab dem 1. 6. 2004 wird die Karte die Papiervordrucke ersetzen, die für den Zugang zu medizinischen Leistungen bei vorübergehendem Aufenthalt in anderen Mitgliedstaaten bestimmt sind. Derzeit muss für jeden Aufenthalt ein neuer Vordruck beantragt werden. In einigen Ländern muss der Vordruck den nationalen Stellen vorgelegt werden, bevor eine Behandlung genehmigt wird. Mit der Krankenversicherungskarte wird es nicht mehr erforderlich ist sein, bei jeder Auslandsreise alle Vordrucke auszufüllen, und die bürokratischen Verfahren werden stark verkürzt und vereinfacht. Auf Vorlage der Karte kann die Behandlung erfolgen. Über die Gültigkeitsdauer der Karte entscheiden die einzelnen Mitgliedstaaten. Wenn sich z. B. ein britischer Urlauber in Frankreich ein Bein bricht, kann er auf Vorlage der Krankenversicherungskarte behandelt werden.
Das System der sozialen Sicherheit bleibt unverändert; der Mitgliedstaat, in dem die Behandlung erfolgte, erhält eine Kostenerstattung von dem heimischen Sozialversicherungsträger der betroffenen Person. Es wurden jedoch einige Änderungen zur Vereinfachung der bestehenden Ansprüche eingeführt, nach denen alle Bürger bestimmte Rechte auf den Zugang zu medizinisch notwendiger Versorgung haben.
Der Vorteil der Karte besteht darin, dass die Kostenerstattung beschleunigt wird, weil Probleme durch unvollständige oder unleserliche Vordrucke vermieden und Verwaltungskosten gesenkt werden.
Wenn Ihr Mitgliedstaat zu denen gehört, die die Karte ab dem 1. 6. 2004 einführen, müssen Versicherte sich an Ihren nationalen Sozialversicherungsträger oder dessen örtliche Niederlassung wenden, wo sie erfahren, welche Maßnahmen auf nationaler Ebene zur Ausgabe der Karte vorgesehen sind.
Die Karte gilt nur für unmittelbar erforderliche medizinische Versorgung, wie bei einem gebrochenen Bein, einem kranken Zahn, einem Virus, oder für fortlaufende Versorgung bei schweren chronischen Erkrankungen wie Diabetes. Sie gilt nicht für Personen, die sich aus bestimmten Gründen für eine Behandlung in einem anderen Mitgliedstaat entscheiden. Eine solche Behandlung kann nur nach Zustimmung des Versicherungsträgers des Betroffenen oder der nationalen Stellen für die soziale Sicherheit erfolgen.
Jeder, der bei einem sozialen Sicherungssystem eines Mitgliedstaats versichert ist und Anspruch auf Behandlung in diesem Mitgliedstaat hat, kommt in den Genuss der Bestimmungen über die Koordinierung der sozialen Sicherheit und hat somit Anspruch auf die europäische Krankenversicherungskarte. Langfristig soll die Karte mit einem elektronischen Chip versehen werden, der den Austausch von Informationen zwischen den Mitgliedstaaten beträchtlich erleichtert und das Risiko von Irrtümern, Betrug und Missbrauch verringert. Für diese kommenden Phasen gibt es keinen festen Zeitplan; dieser richtet sich nach der Auswertung der ersten Ausgabe der Karte und der Entwicklung technischer Systeme, die den Informationsaustausch ermöglichen, ohne dabei die Strukturen der nationalen Systeme zu verändern.
Einige Mitgliedstaaten haben bereits nationale Krankenversicherungskarten und können nun entweder die Elemente der europäischen Krankenversicherungskarte in ihre nationale Karte einbauen oder aber getrennte europäische Karten herausgeben.
Die Karte soll den Zugang vereinfachen und die Kostenerstattung beschleunigen, sie dient nicht zur Weitergabe von Informationen über den Gesundheitszustand, die allgemeine Verfassung oder Behandlungen. Persönliche Daten zum Karteninhaber - z. B. Blutgruppe oder Krankenakten - werden nur aufgenommen, wenn die europäische Krankenversicherungskarte als eine Seite einer nationalen Karte ausgestellt wird und die nationale Karte bereits derartige Angaben enthält.
Nicht alle Mitgliedstaaten geben nationale Karten heraus und nur wenige dieser Mitgliedstaaten tragen persönliche Gesundheitsdaten in die Karten ein.
Alle Mitgliedstaaten werden ein gemeinsames Muster mit einem charakteristischen europäischen Symbol verwenden. So soll sichergestellt werden, dass die Karte von allen Beteiligten im Gesundheitssystem anerkannt wird, unabhängig vom Aufenthaltsort des Karteninhabers. Die obligatorischen Informationen gehen nicht über das notwendige Mindestmaß hinaus und die Aufmachung dieser Angaben wird genormt, damit die Karte durch übereinstimmende Felder für die Benutzer unabhängig von deren Sprache lesbar wird (Quelle: Pressemitt. der EU-Komm.).

Quelle: DER BETRIEB, 02.04.2004

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%