Erfolgsdruck in den Top-Kanzleien
Das Boot ist voll – leider müssen Sie raus

In den Top-Kanzleien wird es immer ungemütlicher. Jede achte Kanzlei hat innerhalb des vergangenen Jahres Partner in die Wüste geschickt, weil sie zu wenig Umsatz erwirtschaften. Dies ergab die neueste Handelsblatt-Umfrage unter den Top-50 Rechtsanwaltskanzleien in Deutschland (Antwortquote: 64 Prozent).

Und es dürfte bald noch öfter vorkommen: Insgesamt rechnet jede dritte Sozietät für die Zukunft damit, dass sie Partner auszählt. Prominentestes Beispiel ist die Kanzlei Linklaters, die in die Schlagzeilen geriet, weil sie sich von vier Partnern trennen wollte – nachdem sie vor drei Jahren 35 Partner abservierte. Weiteren 15 sollte nur das Salär gekürzt werden. Pikant: Handelsblatt und die Fachzeitschrift „Juve“ erreichten kürzlich wütende, anonyme Schreiben mit unzähligen Details und hochsensiblen Zahlen – offenbar aus der Feder eines Betroffenen.

Doch nicht nur Linklaters, sondern auch die anderen Großkanzleien haben diese Probleme. Insbesondere die angelsächsischen, weil diese Druck aus London und New York bekommen – schließlich sind die profitabler und erwarten das auch von den Deutschen. Dass die Mehrheit der deutschen Partner hinter den Säuberungsaktionen steht, ist klar. Schließlich haben sie keine Lust, Verlustbringer durchzufüttern. Mancher Anwalt, so heißt es, bekäme mehr Gewinn als er an Umsatz bringt. „Die Kanzleien haben keine große Wahl“, urteilt Aled Griffiths, Chefredakteur von „Juve“. „Sie hätten schon viel eher handeln sollen.“

Die Umfrage im Detail: 75 Prozent der Kanzleien geben an, dass sich ihr Umsatz in 2003 positiv entwickelt hat und 90 Prozent erwarten für dieses Jahr Umsatzsteigerungen. Dennoch sind die Rauswurfaktionen wohl nötig. Nur Kanzleien wie Hengeler – die sich heute laut über ihre Unabhängigkeit von englischsprachigen Vorgaben freuen – machen relativ mehr Anwälte zu Partnern als die anderen und verabschieden auch keine Partner.

Die Entwicklung der Branche insgesamt sehen die Befragten dagegen nun skeptischer.

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