Essener Hochschule unterstützt den Mittelstand: Forscher helfen im verflixten siebten Jahr

Essener Hochschule unterstützt den Mittelstand
Forscher helfen im verflixten siebten Jahr

An dem so genannten verflixten siebten Jahren droht nicht nur manche Ehe zu scheitern. Auch bei Unternehmen, die die Gründungsphase erfolgreich gemeistert haben, setzt nach einigen Jahren Lethargie ein. Die Folgen: Der Umsatz stagniert, es wird über erste Entlassungen nachgedacht und der Rotstift regiert. „Das alles muss jedoch nicht sein“, sagt Burghard Hermeier, Professor an der Fachhochschule für Ökonomie und Management (FOM) in Essen.

HB DÜSSELDORF. „Wenn die Firma 30 oder 50 Mitarbeiter hat, wird es für die Gründer schwer, weiterhin überall präsent zu sein“, sagt Hermeier. Dann hätten die Unternehmen eine kritische Größe erreicht und sollten handeln. Die Mittelständler müssten sich neu strukturieren, die Gründer Verantwortung abgeben und ein mittleres Management aufbauen.

Zwei Jahre lang hat die FOM 14 Mittelständler im Rahmen eines von der Europäischen Union und dem Land Nordrhein-Westfalen unterstützen Projekts bei diesem Prozess begleitet. „Neben den organisatorischen Strukturen musste teilweise auch die Geschäftsstrategie neu ausgerichtet werden“, berichtet der Professor. So hätten einzelne Unternehmen Kunden aus 15 verschiedenen Branchen gehabt, so dass sich bei ihren Aufträgen keinerlei Synergieeffekte einstellten. Andere Mittelständler seien hingegen von nur einem Großkunden abhängig gewesen.

Gemeinsam mit Experten für Vertriebs-, Finanz- und Technikfragen hat der Personal- und Marketingprofessor die Probleme der einzelnen Firmen analysiert, Kunden und Mitarbeiter befragt und schließlich zusammen mit den Geschäftsführern neue Konzepte entwickelt. „Wichtig ist bei Mittelständlern, die Aufgaben aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten und anzugehen“, sagt Hermeier. Gerade Hochschulen könnten diese Sichtweise bieten.

Und schon während der Projektphase stellten sich erste Erfolge ein. Insgesamt sind bei den 14 Unternehmen die Mitarbeiterzahlen um fast fünf Prozent gestiegen. Beim Umsatz verzeichneten die meisten Betriebe ein Plus zwischen fünf und zehn Prozent.

Die starke Fokussierung der FOM auf den Mittelstand ist nicht nur für die Unternehmen, sondern auch für die angehenden Akademiker von Vorteil. So stammen rund 70 Prozent der über 5500 eingeschriebenen Studenten, die allesamt parallel zu ihrem Beruf oder einer Ausbildung an ihren Abschlüssen arbeiten, aus mittelständischen Unternehmen.

Einige der Studenten sind sogar bei den Firmen, die an dem Projekt teilgenommen haben, angestellt und konnten für ihre Vorgesetzten Präsentationen ausarbeiten und Lösungsstrategien entwickeln. Die 1993 von Verbänden der Wirtschaft gegründete Hochschule unterhält Standorte in Berlin, Duisburg, Düsseldorf, Essen, Frankfurt am Main, Gütersloh, Hamburg, Leverkusen, München, Neuss und Siegen.

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