Ex-Chef der Citigroup erhält 44 Millionen Dollar
Der König der Wall Street heißt Sandy Weill

Sandy Weill leitet zwar nicht mehr das Tagesgeschäft beim weltgrößten Finanzdienstleister Citigroup. Aber im Geldverdienen ist er immer noch der unbestrittene König der Wall Street: Der 71jährige Weill kassierte für das vergangene Jahr insgesamt 44 Mill. Dollar.

HB NEW YORK/LONDON. Damit übertrumpfte Weill locker den Chef des Wall-Street-Hauses Merrill Lynch, Stanley O'Neal, der insgesamt 28 Mill. Dollar nach Hause brachte. „Die schiere Größe dieser Gehaltspakete raubt einem den Atem“, sagt Paul Hodgson vom Institut Corporate Library für gute Unternehmensführung .

Die Einkommen der US-Bankchefs sind im vergangenen Jahr stark gestiegen. Danken dürfen die Topmanager dafür dem Börsenaufschwung. Dadurch schnellte der Wert vieler Aktienoptionen und Aktienprämien nach oben.

Die Investmentbanken an der Wall Street sind für üppige Entlohnung bekannt. „Das Argument lautet, dass bei diesen Banken viele Mitarbeiter sehr gut verdienen, und der Konzernchef muss sich davon noch einmal abheben“, erklärt Corporate-Governance-Experte Hodgson.

Beim Wall-Street-Haus Goldman Sachs verdiente Chief Executive Officer (CEO) Henry Paulson 21 Mill. Dollar. Jim Cayne, Chef der kleineren Investmentbank Bear Stearns, freute sich über 27 Mill. Dollar. Viele US-Geschäftsbanken entlohnen ihre CEOs weniger fürstlich als die edlen Wall-Street-Häuser. So kassierte Ken Thompson, Chef der Geschäftsbank Wachovia, insgesamt 9,4 Mill. Dollar. Ein kaum bekannter Manager allerdings übertraf selbst Wall-Street-König Weill: Charles Cawley, Chef des US-Kreditkartenhauses MBNA, strich 2003 rund 45 Mill. Dollar ein. Spezialisierte Finanzhäuser wie MBNA besetzen in den USA einige sehr profitable Nischen.

Entsprechend hohe Gehälter zahlen sie ihren Spitzenkräften. Die Entlohnung der US-Banker besteht im Wesentlichen aus Festgehalt, Bar-Bonus und aktienorientierten Zusatzleistungen. Bei Letzteren geht der Trend weg von einfachen Optionen, hin zu Aktienpaketen, die nur bei Erreichen von Profit- oder Kurszielen zu Geld gemacht werden können. Citigroup-Chairman Sandy Weill kassierte zum Beispiel ein festes Gehalt von 1 Mill. Dollar. Hinzu kam ein Bonus von 29 Mill. Dollar. Außerdem stieg der Wert der Aktienoptionen, die Weill für seine Dienste im Jahr 2002 erhalten hatte, dank des höheren Citigroup-Kurses auf 14 Mill. Dollar.

In Großbritannien sorgt derzeit Barclays-Chef Matthew Barrett für Diskussionen. Im letzten Jahr seiner Amtstätigkeit verdoppelte sich sein Gehalt auf 3,92 Mill. Pfund. Barrett war zuletzt häufiger in die Schlagzeilen geraten – auch weil sein Wechsel in den Aufsichtsrat die freiwilligen Grundsätze guter Unternehmensführung verletzt.

Dank diverser Extra-Zuwendungen und einer Vervierfachung seines Bonus übertrifft der Kanadier damit auch den Chef der größten britischen Bank HSBC, Sir John Bond. Dieser verdiente „nur“ 2,15 Mill. Pfund. Barclays rechtfertigte die hohe Zahlung mit der guten Entwicklung der Bank. Das Institut hatte 2003 einen Gewinnzuwachs von 20 % erreicht. Mit dem Sprung verdrängte Barrett seinen Konkurrenten Fred Goodwin von der Royal Bank of Scotland von der Spitzenposition des bestbezahlten Bankenchefs auf der Insel. Goodwin verdiente 2003 knapp 3,5 Mill. Pfund.

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