Expertenrat
Die Outsourcing-Falle

Beim Outsourcing fallen oft Stellen weg. Doch Betroffene haben unter Umständen Chancen auf Erfolg bei einer Klage. Gregor Dornbusch, Fachanwalt für Arbeitsrecht in der Kanzlei Baker & McKenzie, erklärt im Kurzinterview, auf was es ankommt.

Herr Dornbusch, wenn Unternehmen Bereiche wie IT-Service oder Gebäudemanagement outsourcen oder den Auftrag neu vergeben, wird Mitarbeitern oft gekündigt. Können sich Betroffene wehren?

Entscheidend ist, ob das Outsourcing oder die Neuvergabe des Auftrags rechtlich gesehen als Betriebsübergang gelten. Bejahen die Arbeitsrichter das, muss der neue Auftragnehmer die Mitarbeiter übernehmen.

Wann liegt denn ein Betriebsübergang vor?

Wenn die Identität des Betriebs erhalten bleibt. Bisher sahen viele Gerichte diese Voraussetzung als erfüllt an, sobald die Mitarbeiter weiter am selben Ort und mit denselben Geräten arbeiteten. Das Bundesarbeitsgericht hat in einem aktuellen Urteil aber klargestellt, dass es auch darauf ankommt, ob sich die Organisationsstruktur ändert.

Was heißt das konkret?

Im Urteilsfall hatte das Unternehmen den Auftrag an einen viel größeren Dienstleister vergeben, der neben technischen auch kaufmännische Aufgaben übernahm. Die Richter urteilten, dass kein Betriebsübergang vorliegt, weil die Mitarbeiter in einer neuen Struktur arbeiten. In solchen Fällen müssen Arbeitnehmer und Arbeitgeber künftig also stärker darauf achten, wie sich die gesamte Organisation verändert.

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