Expertenrat
Halbe Steuer für Nebentätigkeit

Das gibt es in der Tat: Für bestimmte Nebentätigkeiten ist nur der halbe persönliche Steuersatz zu zahlen. Marcus Hornig, Steuerberater in der Kanzlei Mecklenburg + Hoffmann in Düsseldorf, erklärt im Kurzinterview, für welche Tätigkeiten das gilt und was zu beachten ist.

Herr Hornig, für bestimmte Vergütungen müssen Arbeitnehmer nur den halben persönlichen Steuersatz zahlen. Wann kommt die Ermäßigung infrage?

Es muss sich um eine Vergütung für eine sogenannte mehrjährige Tätigkeit handeln. Klassische Beispiele sind Abfindungen, Boni für langfristige Projekte und Vergütungen für mehrjährige Nebentätigkeiten.

Ab wann gilt eine Tätigkeit als mehrjährig?

Wenn der Betroffene sie länger als zwölf Monate am Stück ausgeübt hat. Bis 2006 reichte es aber oft, wenn sich die Tätigkeit über einige Monate erstreckte - Hauptsache, sie fiel in zwei verschiedene Jahre. Die Oberfinanzdirektion Koblenz hat jetzt klargestellt, dass diese Sonderregel auch für Selbstständige galt. Dadurch eröffnen sich für Freiberufler und Unternehmer nachträglich Sparmöglichkeiten, wenn sie nebenbei gearbeitet haben, etwa als Autor oder Gutachter. Denn viele von ihnen haben ihre Steuererklärung für 2006 noch nicht abgegeben.

Was raten Sie Betroffenen?

Sie können nachträglich den halben Steuersatz beantragen, auch wenn sie nicht mehr als zwölf Monate am Stück, sondern beispielsweise nur von November bis Februar nebenbei gearbeitet haben. Wichtig ist, dass die Tätigkeit klar vom Hauptberuf abgrenzbar ist.

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