Expertenrat
Hoffen auf höhere Abfindung

Im Falle einer Kündigung hoffen die Betroffenen oft auf eine Abfindung. Doch Angebote des Arbeitgebers erscheinen ihnen oft zu mickrig. Sollten sie mit den Angeboten zufrieden sein - oder darauf setzen, mit einer Klage mehr zu erreichen? Meike Kuckuk, Fachanwältin für Arbeitsrecht in der Kanzlei Naegele in Stuttgart, erläutert im Kurzinterview die Problematik.

Frau Kuckuk, worauf müssen Arbeitnehmer achten, wenn sie mit der betriebsbedingten Kündigung zugleich ein Abfindungsangebot erhalten?

Meist stehen solche Angebote unter dem Vorbehalt, dass Betroffene keine Kündigungsschutzklage einreichen. Sie sollten deshalb genau prüfen, ob sie mit einer Klage eine höhere Abfindung erzielen können.

Wie viel steht Gekündigten in solchen Fällen zu?

Abfindungen sind reine Verhandlungssache. Gerichte schlagen oft ein halbes Monatsgehalt pro Beschäftigungsjahr vor. Wenn der Arbeitgeber betriebsbedingt kündigt und gleichzeitig eine Abfindung unter dem Vorbehalt anbietet, dass der Mitarbeiter nicht klagt, entsteht allerdings ein gesetzlicher Anspruch auf diesen Betrag. Das Bundesarbeitsgericht hat jetzt klargestellt, dass dieser Anspruch auch entsteht, wenn das Abfindungsangebot nicht eindeutig ist. Im Urteilsfall enthielt es keine konkrete Zahl.

Wie viel Zeit haben Betroffene für eine Klage, wenn ihnen die gebotene Abfindung zu niedrig ist?

Sie müssen binnen drei Wochen reagieren. Reichen sie Klage ein, verfällt aber das Abfindungsangebot. In solchen Fällen hilft es dann auch nicht mehr, die Klage wieder zurückzuziehen.

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