Expertenrat
Manager sollen für Ansprüche aus Zeitwertkonten haften

Künftig haben Arbeitnehmer einen Anspruch auf Schadensersatz gegenüber Managern, die Ansprüche aus Zeitwertkonten nicht gegen Insolvenz gesichert haben. Bernd Klemm, Anwalt und Partner der internationalen Sozietät Lovells in München, erklärt im Kurzinterview, was Geschäftsführer und Vorstände tun können.

Herr Klemm, können Arbeitnehmer Schadensersatz von Managern fordern, wenn ihre Ansprüche aus Zeitwertkonten, auf denen sie Überstunden und Sonderzahlungen angespart haben, nach der Insolvenz verloren sind?

Bisher ist das schwierig. Laut Bundesarbeitsgericht kommt ein Schadensersatzanspruch nur infrage, wenn Geschäftsführer und Vorstände vorsätzlich vortäuschen, dass ein Insolvenzschutz besteht. Das wird sich aber vermutlich ändern.

Warum?

Ein aktueller Gesetzentwurf sieht ausdrücklich einen Schadensersatzanspruch von Arbeitnehmern vor, wenn Ansprüche aus Zeitwertkonten nicht insolvenzgesichert sind - und zwar nicht nur im Fall vorsätzlicher Täuschung.

Wann tritt das Gesetz in Kraft?

Das steht noch nicht fest, es handelt sich um einen Referentenentwurf. Ich gehe aber davon aus, dass die geplante Neuregelung auch bereits laufende Vereinbarungen über Zeitwertkonten betreffen wird. Geschäftsführer und Vorstände sollten deshalb schon jetzt unbedingt dafür sorgen, dass die Wertguthaben der Arbeitnehmer extern angelegt und damit vom Vermögen des Unternehmens getrennt werden. Unterlassen sie das, haften sie nach einer Insolvenz künftig wohl mit dem Privatvermögen.

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