Expertenrat
Wann Kündigung wegen Krankheit erlaubt ist

Hart, aber wahr: Arbeitnehmern darf wegen einer Krankheit gekündigt werden. Sebastian Frahm, Fachanwalt für Arbeitsrecht in der Kanzlei Naegele in Stuttgart, erklärt im Kurzinterview, unter welchen Voraussetzungen das möglich ist.

Herr Frahm, darf Arbeitnehmern wegen einer Krankheit gekündigt werden?

Ja, wenn sie länger fehlen und keine Aussicht auf Besserung besteht. Wie lange sie vor einer Kündigung krankgeschrieben sein müssen, ist nicht festgelegt, auch kein Richtwert. Der Arbeitgeber muss beweisen, dass das Fehlen eine erhebliche Belastung fürs Unternehmen ist, etwa wegen hoher Lohnfortzahlungen.

Müssen Arbeitgeber prüfen, ob Mitarbeiter nach einer Umgestaltung des Arbeitsplatzes wieder arbeiten könnten, etwa bei einem Rückenleiden?

Nicht unbedingt. Aber wenn dieses so genannte Eingliederungsmanagement unterbleibt, sind krankheitsbedingte Kündigungen künftig schwerer durchsetzbar. Das Bundesarbeitsgericht hat jetzt zwar entschieden, dass die Kündigung in solchen Fällen nicht automatisch ungültig ist. Die Richter stellten aber gleichzeitig klar, dass Arbeitsgerichte dann strenger prüfen müssen, ob die Fehlzeiten eine erhebliche Belastung sind.

Wie läuft so ein Eingliederungsmanagement ab?

Arbeitgeber sollten mit dem Betriebsrat oder dem kommunalen Integrationsamt prüfen, ob ein krankengerechter Arbeitsplatzumbau möglich ist. Stehschreibtische für Rückenkranke etwa sind Arbeitgebern immer zumutbar.

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