Expertenrat
Wie Arbeitnehmer die Betriebsrente retten

Ärgerlich für Jobwechsler: Wollen sie sich die bisher angesparten Zahlungen für die Betriebsrente auszahlen lassen, sehen sie oft kaum etwas davon - alles von Provisionen aufgefressen. Wieso solche Verträge unwirksam sind und die Betroffenen Chance auf mehr haben, erklärt Oliver Renner, Rechtsanwalt in der Kanzlei Wüterich & Breucker in Stuttgart, im Kurzinterview.

Herr Renner, wer eine betriebliche Altersvorsorge abschließt, zahlt in den ersten Jahren oft hohe Provisionen an den Vertreter sowie Gebühren und spart wenig an. Können sich Arbeitnehmer dagegen wehren?

Ja, das zeigt ein aktuelles Urteil des Landesarbeitsgerichts München. Eine Frau hatte über einige Jahre 6 230 Euro in eine Versorgungskasse eingezahlt. Als sie das Unternehmen verließ, wollte sie ihr Geld zurück. Doch der Wert der Lebensversicherung, in die der Arbeitgeber mit ihrem Geld eingezahlt hatte, lag nur bei 639 Euro. Die Richter verurteilten das Unternehmen, ihr die Differenz zu erstatten.

Mit welcher Begründung?

Laut Gericht ist der sogenannte Entgeltumwandlungsvertrag wegen der großen Diskrepanz zwischen den Einzahlungen und dem Wert der Lebensversicherung unwirksam. Das Missverhältnis war eine Folge der sogenannten Zillmerung, bei der Versicherten ein Großteil der Gebühren in den ersten Jahren berechnet wird.

Sollten Jobwechsler klagen?

Bei hohen Anfangskosten und kurzer bisheriger Laufzeit kann das sinnvoll sein. Oft lohnt es sich eher, den Vertrag beim neuen Arbeitgeber fortzuführen. Wer früh aussteigt, verzichtet auf eine mögliche spätere Rendite sowie auf die Steuerfreiheit der Auszahlung.

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