Expertenrat zum Thema Gehaltserhöhung
Chef darf flexible Mitarbeiter besser bezahlen

Unterschiedliche Gehälter für gleiche Arbeit? Das kann durchaus zulässig sein - zum Beispiel, wenn einige Mitarbeiter zeitlich flexibler arbeiten als andere. Dietmar Müller-Boruttau, Fachanwalt für Arbeitsrecht in der Kanzlei Beiten Burkhardt, erklärt im Kurzinterview die Zusammenhänge.

Herr Müller-Boruttau, dürfen Unternehmen Arbeitnehmer, die sich zu flexiblen Arbeitszeiten bereit erklären, besser bezahlen als unflexible Kollegen, die den gleichen Job machen?

Ja. Das Bundesarbeitsgericht hat jetzt klargestellt, dass dies nicht verboten ist. Im Urteilsfall zahlte ein Unternehmen Mitarbeitern in Niederlassungen, deren Betriebsrat flexibleren Arbeitszeiten zugestimmt hatte, gut zehn Prozent höhere Zuschüsse zur betrieblichen Altersvorsorge. Das war laut Bundesarbeitsgericht kein Verstoß gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz.

Warum nicht?

Wenn Arbeitnehmer eine eingeschränkte private Planungssicherheit in Kauf nehmen, etwa indem sie sich bereit erklären, bei Bedarf Überstunden zu leisten oder samstags zu arbeiten, rechtfertigt das eine bessere Bezahlung. Meiner Einschätzung nach ist ein Plus von bis zu 20 Prozent gegenüber unflexiblen Kollegen im gleichen Job denkbar.

Welche Folgen hat das Urteil?

Arbeitgeber können einen zusätzlichen Anreiz für Mitarbeiter schaffen, flexiblen Arbeitszeiten zuzustimmen, indem sie den Flexiblen einen Bonus anbieten. Genauso eröffnet das Urteil Arbeitnehmern, gerade Führungskräften, Spielraum für Gehaltsverhandlungen.

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