Expertenrat zum Thema Korruption
Gefährliche Präsente

In Düsseldorf stolperten Sparkassenchefs darüber: Sie nahmen Präsente von Kunden an und mussten gehen. Klaus Greb, Rechtsanwalt in der Kanzlei Müller & Partner-Wrede in Berlin, erklärt im Kurzinterview, was das mit Korruption zu tun hat.

WirtschaftsWoche: Herr Greb, dürfen Manager wertvolle Geschenke von Geschäftspartnern bedenkenlos akzeptieren?

Klaus Greb: Nein. Oft schreiben interne Regeln vor, bis zu welchem Wert sie Präsente annehmen dürfen. Das kann bei Angestellten in einer Betriebsvereinbarung, im Arbeitsvertrag oder im Tarifvertrag geregelt sein; bei Geschäftsführern in der Geschäftsordnung. Fehlen Vorgaben, sollten Betroffene im Zweifel unbedingt ihre Vorgesetzten fragen. Denn die Schwelle zur Korruption ist schneller überschritten als viele glauben. Gerade für leitende Angestellte gelten laut Bundesarbeitsgericht strenge Kriterien.

Wann wird?s kritisch?

Sobald die angenommenen geldwerten Vorteile Zweifel an der Loyalität zum Arbeitgeber aufkommen lassen. Kleine Präsente wie ein Stift, ein Kalender oder ein Taschenbuch sind in der Regel kein Problem, aber eine Einladung in die VIP-Loge eines Stadions ist grenzwertig. Eine pauschale gesetzliche Grenze gibt es nicht - entscheidend ist vor Gericht auch, wie oft Manager Geschenke angenommen haben und in welcher Relation deren Wert zum Gehalt steht.

Was droht bei Verstößen?

Eine Abmahnung, in extremen Fällen sogar eine fristlose Kündigung, sowie strafrechtliche Konsequenzen.

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