Expertenrat zum Thema Teilzeitarbeit
Qualifizierte im Nachteil

Für Hochschulabsolventen wird es nach aktueller Rechtsprechung schwieriger, ein Recht auf Teilzeitarbeit durchzusetzen. Tobias Pusch, Rechtsanwalt im Hamburger Büro der Kanzlei Allen & Overy, erklärt, warum und was getan werden kann.

Herr Pusch, Arbeitnehmer in Betrieben mit mehr als 15 Mitarbeitern haben grundsätzlich ein Recht auf Teilzeitarbeit. Wann darf das Unternehmen Teilzeitwünsche dennoch ablehnen?

Wenn etwa wegen der verkürzten Arbeitszeit eines Mitarbeiters das betriebliche Konzept geändert werden müsste oder wenn die Einstellung eines Ersatzes unverhältnismäßig hohe Kosten verursachen würde.

Wann sind die Kosten zu hoch?

Das Bundesarbeitsgericht hat jetzt die Teilzeitklage eines Pharmareferenten abgelehnt, der 30 statt 37,5 Stunden arbeiten wollte. Die Schulung eines Ersatzes hätte laut Arbeitgeber Zusatzkosten von einem Drittel des Jahresgehalts des Referenten verursacht. Das war den Richtern zu viel. Außerdem haben sie klargestellt, dass der Arbeitgeber das Konzept, einen Kundenkreis von einem Mitarbeiter betreuen zu lassen, wegen des Teilzeitwunsches nicht ändern muss.

Was bedeutet das Urteil?

Für Hochqualifizierte wird es jetzt schwieriger, Teilzeitwünsche durchzusetzen. Sie sollten deshalb bereits vor dem Antrag mit Kollegen sprechen und ausloten, ob ihr Wunsch organisatorisch umsetzbar ist. Haben sie deren Zustimmung, dürfte dem Arbeitgeber eine Ablehnung schwerer fallen.

Quelle: Wirtschaftswoche Nr. 34 vom 18.08.2005 Seite 086

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