Fachkräfte gesucht
Jobturbo Asien

Auch in den aufstrebenden Märkten China, Singapur und Korea wird derzeit händeringend nach Fachkräften gesucht. Gute Chancen für Deutsche, die nach einer neuen beruflichen Herausforderung außerhalb von Europa suchen - und ein dickes Fell mitbringen.

Der Blick auf die Vorstände der DAX-30-Unternehmen zeigt: Ein Asien-Aufenthalt ist karrierefördernd. Allianz-Chef Michael Diekmann war in Singapur. BASF-Vorstand Jürgen Hambrecht verbrachte fünf Jahre in Hongkong. Bernd Reckmann von Merck arbeitete in Seoul, Siemens-Chef Peter Löscher war in Japan und Hongkong. Und obwohl die Gehälter für Ausländer schon längst nicht mehr so attraktiv sind wie damals, als es die aktuelle Management-Riege der Deutschland AG in den Fernen Osten zog, nutzen auch heute zunehmend junge Deutsche das fernöstliche Karriere-Sprungbrett.

Denn Fachkräfte fehlen überall: In China, Singapur, Südkorea und sogar in Indien - dem gelobten Land des billigen Outsourcings. Allein in Singapur hat sich die Zahl der Deutschen innerhalb von vier Jahren vervierfacht. Und der Stadtstaat lockt weiter ausländische Absolventen mit einem speziellen Visum, mit dem sie ein Jahr lang Arbeit suchen können.

Beste Jobchancen bietet auch China, wo die Wirtschaft seit fünf Jahren jährlich um mehr als zehn Prozent wächst und die Olympischen Spiele das Geschäft beflügeln. Abgesehen vom Aktionismus rund um das Großereignis verlegen internationale Unternehmen inzwischen verstärkt ihre regionalen Zentralen und ihre Forschungsabteilungen ins Reich der Mitte. Dabei sind erst wenige der jährlich 20 Millionen einheimischen Absolventen für diese anspruchsvollen Aufgaben qualifiziert. In der Volksrepublik wird es deshalb spätestens 2010 mindestens 300 000 Jobs für Ausländer geben, prophezeit Markus Taube, Professor am Ostasieninstitut der Uni Duisburg-Essen. 2006 gab es laut Taube erst 150 000 Jobs für Ausländer im Reich der Mitte. Gerade mal 16000 Deutsche leben dort.

Selbst in Indien gerät die Welt der Entsandten deutlich in Bewegung. Die Ankündigungen großer Unternehmen klingen spektakulär: IBM will bis 2010 in Indien 50 000 neue Mitarbeiter einstellen, Cisco Systems will zum selben Zeitpunkt ein Fünftel seiner Führungskräfte auf dem Subkontinent beschäftigen. Doch auch der weltweit größten Demokratie fehlen Manager, nirgendwo sonst steigen die Gehälter für Spitzenleute derart rasant. Denn von den 1 200 indischen MBA-Programmen entsprechen gerade mal 50 den hohen Standards westlicher Schulen.

Auf dem asiatischen Jobmarkt insgesamt weht ein rauer Wind: Westler konkurrieren inzwischen mit Bewerbern aus aller Welt - da heißt es Abschied nehmen vom Image des hochbezahlten Exoten, der verwöhnt werden will. Das verdeutlicht das Beispiel China. Zwar rechnet laut Managementberatung Hewitt Associates mehr als die Hälfte der internationalen Unternehmen in China damit, dass die Zahl ihrer internationalen Mitarbeiter steigen wird. Gleichzeitig aber sinkt der Anteil der Entsandten mit dicken Vergütungsverträgen. An ihre Stelle treten jüngere Mitarbeiter mit lokalen Verträgen. 41 Prozent der Expats sind so bereits angestellt. Konsequent sind zum Beispiel Thyssen-Krupp und Adidas: Der deutsche Stahlkonzern unterschreibt ebenso wie der Sportartikel-Produzent in China nur noch lokale Verträge. Klar ist: "Die Zeiten, in denen man nach China ging, um dort für ein Haus in Deutschland zu sparen, sind vorbei", sagt Markus Taube. Ebenso gilt: "Ein wirklich lokales Gehalt würde niemand akzeptieren", sagt Hewitt-Experte Marco Reiners.

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