Factoring
Geschäfte mit Zahlungsgarantie

Seit Ausbruch der Krise hat sich die Zahlungsmoral unter Firmen deutlich verschlechtert, darunter leiden besonders unternehmensnahe Dienstleister wie Großhändler, Investitionsgüterhersteller, Speditionen oder Leasingfirmen – aber eben auch Werbeagenturen. Wie Firmen per Factoring ihre Liquidität sichern.

KÖLN. Unternehmensgründung mitten in der Krise? Bernd Schürenberg und drei Kollegen haben sich getraut. Die Geschäftsführer einer Werbeagentur, eines Druckvorstufen-Dienstleisters und eines IT-Systemhauses schlossen sich im November 2008 mit einem Verlag zur Fullservice-Agentur „Mediabunt“ zusammen. Die erfahrenen Unternehmer hatten sich den Schritt gut überlegt, versprachen sich neue Kunden und Aufträge. Eines aber bereitete den Gründern Sorge: Was, wenn Kunden nicht oder nur mit großer Verspätung zahlen würden? „Die finanzielle Absicherung unseres Geschäfts war von Anfang an ein großes Thema“, sagt Schürenberg.

Denn die Sorge ist berechtigt. Die Zahlungsmoral unter Firmen hat sich seit Ausbruch der Krise deutlich verschlechtert, zeigen aktuelle Studien des Creditreform-Verbands. Darunter leiden besonders unternehmensnahe Dienstleister wie Großhändler, Investitionsgüterhersteller, Speditionen oder Leasingfirmen – aber eben auch Werbeagenturen. Und wenn Kunden nicht zahlen, kommen Dienstleister und Lieferanten schnell selbst in Schwierigkeiten.

„Früher bekamen Unternehmen im Notfall vielleicht noch kurzfristig einen Kredit, oder die Bank gewährte eine Überziehung, um Zahlungsausfälle zu überbrücken. Darauf können sich Unternehmen jetzt nicht mehr verlassen“, sagt Monika Loock-Weber, Geschäftsführerin der Postbank Factoring GmbH. Dann fehlen womöglich flüssige Mittel zur Zwischenfinanzierung, für Investitionen und laufende Rechnungen. Die Banken werden misstrauisch, auch fest vereinbarte Anschlussfinanzierungen wackeln plötzlich. Die Finanzierungsexpertin warnt vor gefährlichen Dominoeffekten: „Einige unstabile Kunden reichen aus, um auch eigentlich gut aufgestellte Unternehmen mit in die Zahlungsunfähigkeit zu reißen.“

Und so boomt das Factoring: Offene Forderungen werden einfach an Spezialisten weiter verkauft. Für das vergangene Jahr meldet der Deutsche Factoring-Verband ein Wachstum der Branche um 24,35 Prozent.

Auch für Gründer Bernd Schürenberg war Factoring die Lösung. Der Unternehmer und seine Kompagnons entschieden sich, ausstehenden Forderungen an die Crefo Factoring Rhein Ruhr GmbH abzutreten. Der Finanzdienstleister, ein Factoring-Institut, kauft Forderungen an, zahlt 80 bis 90 Prozent der Rechnungssumme innerhalb von zwei Tagen aus, und den Rest, sobald der Schuldner die Rechnung beglichen hat. Dafür zahlt Schürenberg eine Gebühr, abhängig vom Jahresumsatz. Und marktübliche Zinsen auf den Betrag, den der Factor vorgeschossen hat. Der Vorteil: Zahlungsausfälle sind kein Thema mehr.

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