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Familienfreundlichkeit zahlt sich auch für kleinere Betriebe aus

Familienfreundliche Personalpolitik und entsprechende Arbeitsbedingungen ...

Familienfreundliche Personalpolitik und entsprechende Arbeitsbedingungen lohnen sich nicht nur für Großunternehmen. Auch kleinere und mittlere Betriebe profitieren von höherer Mitarbeitermotivation, besserer Leistungsfähigkeit und niedrigeren Fehlzeiten, wenn sie sich auf die Bedürfnisse beschäftigter Mütter und Väter einstellen. Das belegt die Studie "Familienfreundliche Maßnahmen im Handwerk", die Bundesfamilienministerin Renate Schmidt gemeinsam mit dem Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) vorgestellt hat.
Familienfreundliche Personalpolitik und ein entsprechendes Arbeitsumfeld lohnen sich betriebswirtschaftlich nicht nur in Großunternehmen, sondern auch in kleineren und mittleren Betrieben. Das belegt die Studie "Familienfreundliche Maßnahmen im Handwerk", die die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Renate Schmidt, heute gemeinsam mit dem Präsidenten des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), Dieter Philipp, in Berlin vorgestellt hat. Die Studie der Prognos AG zeigt anhand von Praxisbeispielen aus 18 Handwerksunternehmen aus 14 verschiedenen Gewerken die Einsatzmöglichkeiten von familienfreundlichen Maßnahmen und untersucht die Kosten-Nutzen-Relationen, die diese haben. Die Ergebnisse zeigen, dass Familienfreundlichkeit zu einer höheren Mitarbeitermotivation und Leistungsfähigkeit sowie zu niedrigen Fehlzeiten führt. Damit werden die Unternehmen attraktiver für qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und steigern ihre Wettbewerbsfähigkeit.
"Auch für die Fleischerei oder den Augenoptiker ist Familienfreundlichkeit eine betriebliche Notwendigkeit und betriebswirtschaftlicher Erfolgsfaktor", erklärte Bundesministerin Renate Schmidt. "Kleine Betriebsgrößen sind kein Hindernis für familienfreundliche Maßnahmen. Im Gegenteil: Kleine Betriebe können oft flexibler und schneller auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen und des Betriebs reagieren als Großbetriebe. Familienfreundlichkeit muss auch nicht mit hohen Kosten verbunden sein. Gerade für das Handwerk bietet Familienfreundlichkeit deshalb besondere Chancen!"
ZDH-Präsident Dieter Philipp betonte: "In den vielen Familienbetrieben des Handwerks wird die Vereinbarkeit von Familie und Beruf schon lange praktiziert. Sie können als Vorbilder dienen, um familienfreundliche Arbeitsbedingungen fortzuentwickeln. Damit werden die gewerblich-technischen Berufe des Handwerks, die teilweise noch Männerdomänen sind, attraktiver für junge Frauen. Aber auch die Männer im Handwerk können so familiäre und berufliche Anforderungen besser in Einklang bringen."
Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend kooperiert mit dem Zentralverband des Deutschen Handwerks, um für die Ansätze und betriebswirtschaftlichen Vorteile familienfreundlicher Maßnahmen in allen Bereichen des Handwerks zu werben. Für die heute vorgestellte Studie wurden kleinere und mittlere Unternehmen aus unterschiedlichen Bereichen in ganz Deutschland befragt, darunter z. B. Autohäuser, Bäckereien, Elektrofachgeschäfte, Dachdecker- oder Schreinereibetriebe. Die Studie soll den Betrieben Anregungen "aus der Praxis für die Praxis" mit konkreten Tipps und Hinweisen geben. Der ZDH wird die Broschüre in der Handwerksorganisation verbreiten, und die Handwerkskammern und Fachverbände - insbesondere die dort beschäftigten Betriebsberater, die in ständigem Kontakt mit den Handwerksbetrieben stehen - werden die zahlreichen Ansätze für familienfreundliche Arbeitsbedingungen publik machen.
Die Ergebnisse der Studie im Einzelnen:

  • Es gibt auch in kleinen und mittleren Betrieben bereits vielfältige Formen familienfreundlicher Maßnahmen. Dazu zählen ein generell familienfreundliches Betriebsklima (Grundsätzliche Berücksichtigung familiärer Belange, Entwicklung eines Betriebs-Leitbildes, Beschäftigtenbefragung), flexible Arbeitszeiten (Teilzeitarbeit, flexible Pausenregelung, Gleitzeit, Arbeitszeitkonto), weitergehende Berücksichtigung familiärer Zeitbedarfe (Urlaubsregelungen), die Möglichkeit von Tele- und Heimarbeit, die Unterstützung bei Elternzeit und Wiedereinstieg (Planungsgespräche, Kontakthaltemöglichkeiten, Vertretungseinsätze, Weiterbildungsmaßnahmen) und die Unterstützung bei der Kinderbetreuung (Beratung und Vermittlung von Angeboten, Bereitstellung von Angeboten, Kinder im Betrieb).
  • Familienfreundlichkeit im Unternehmen zeigt betriebswirtschaftliche Wirkung. Die Praxisbeispiele der Studie haben gezeigt, dass durch die Senkung der Fluktuation und der Fehlzeiten, die Steigerung der Mitarbeitermotivation und der Arbeitseffizienz, durch Image- und Attraktivitätseffekte bei der Personalgewinnung Einspareffekte von 10 000 bis 100 000 € pro Jahr und Betrieb erzielt werden können.
  • Diese Effekte sorgen für mehr Wettbewerbsfähigkeit.
  • Die im Vergleich zu anderen Wirtschaftsbereichen relativ geringe durchschnittliche Unternehmensgröße stellt weder für die Umsetzbarkeit noch für die Finanzierbarkeit familienfreundlicher Personalpolitik ein Hindernis dar. Im Gegenteil: Kleinere Betriebsgrößen sind sogar von Vorteil, da Lösungen passgenauer auf die Bedürfnisse der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und des Betriebs zugeschnitten werden können. Auch die Einführung und Praxis familienfreundlicher Maßnahmen kann dadurch informell und ohne große Kosten erfolgen.
  • Das Handwerk ist traditionell arbeitsintensiv. Trotz des technischen Fortschritts und der Produktivitätssteigerungen wird auch in Zukunft menschliche Arbeit in diesem Bereich das prägende Charakteristikum bleiben. Die Belegschaft ist erfolgsentscheidend. Familienfreundlichkeit wird damit zu einem notwendigen Bestandteil einer zeitgemäßen und zukunftsfähigen Personal- und Betriebsführung.


Die ausführlichen Ergebnisse der Studie sowie Beispiele aus der Praxis können im Internet unter www.bmfsfj.de www.bmfsfj.de heruntergeladen werden (Quelle: Pressemitt. der Bundesregierung).

Quelle: DER BETRIEB, 11.11.2004

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