Fehlende Krankmeldung
„Hallo Chef, ich komme heute nicht“

Der Winter ist da mit Minustemperaturen. Draußen herrschen Regen und Schnee - und die Nase läuft und läuft. Doch es ist Montag. Und Montag ruft die Arbeit.

KÖLN. Ein Dilemma, in das in dieser Jahreszeit viele Arbeitnehmer kommen. Wen es jetzt richtig erwischt, der fällt im Job schnell mal für mehrere Tage aus. Einfach im Bett liegen bleiben und sich nicht rühren, ist aber oft der falsche Weg zur Genesung. Denn am Ende ist man zwar gesund, hat aber keinen Job mehr - weil der Chef wegen fehlender oder falscher Krankmeldung gekündigt hat.

Damit das nicht geschieht, sollten Arbeitnehmer ein paar goldene Regeln beachten. Aber auch Chefs sollten wissen, was sie sich nicht bieten lassen müssen. Und wie sie reagieren können.

Unverzügliche Mitteilung: Der Arbeitnehmer ist nach § 5 des Entgeltfortzahlungsgesetzes verpflichtet, dem Arbeitgeber die Arbeitsunfähigkeit und deren voraussichtliche Dauer "unverzüglich" mitzuteilen. Unverzüglich heißt ohne schuldhaftes Zögern. Wer also morgens aufwacht und feststellt, dass er nicht arbeiten kann, muss sich umgehend überlegen, ab wann er jemanden in seiner Firma erreichen kann. Erwacht der Kranke erst mittags und ruft er dann sofort im Unternehmen an, handelt er allerdings auch noch unverzüglich.

Arbeitnehmer muss Vorgesetzten informieren

Ansprechpartner: Normalerweise muss der Arbeitnehmer seinen Vorgesetzten informieren. Anders sieht es aus, wenn ein anderer Mitarbeiter ausdrücklich für einen solchen Fall benannt wird. Dann muss die ausgewählte Person benachrichtigt werden. Über den Anruf beim Chef hinaus hat der kranke Arbeitnehmer in den ersten drei Tagen keine weiteren Pflichten.

Attest ab dem dritten Tag: Dauert die Krankheit länger als drei Kalendertage, muss der Mitarbeiter dem Chef spätestens am darauffolgenden Arbeitstag ein ärztliches Attest über das Bestehen der Arbeitsunfähigkeit und deren voraussichtliche Dauer vorlegen. Meldet sich der Mitarbeiter also an einem Freitag krank, muss er spätestens am Montag einen Arzt aufsuchen und noch am selben Tag die entsprechende Bescheinigung vorlegen. Denn das Gesetz spricht von Kalendertagen.

Manchmal können Arbeitgeber ein Attest aber auch schon zu einem früheren Zeitpunkt verlangen. Das gilt immer dann, wenn der Tarifvertrag dies vorsieht. Hierüber sollten sich Mitarbeiter stets informieren.

Zweites Attest: Ist der Arbeitnehmer länger krank als im Attest vorgesehen, muss er sich eine weitere Befreiung von einem Arzt ausstellen lassen. Der Zeitpunkt, zu dem das zweite ärztliche Attest ausgestellt werden muss, ist gesetzlich nicht geregelt. Experten raten allerdings dazu, für einen nahtlosen Übergang der Atteste zu sorgen.

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