Flugzeugbau
Airbus findet keine Ingenieure

1250 Mitarbeiter will der Flugzeugbauer Airbus in diesem Jahr einstellen, allein 850 davon am Produktionsstandort Hamburg. Doch die Suche nach geeignetem Personal gestaltet sich schwierig: Selbst in Schweden und Spanien fahnden Emissäre nach Ingenieuren, weil viele deutsche Kandidaten zu bequem sind.

HB HAMBURG. Airbus-Deutschland-Chef Gerhard Puttfarcken sagte der Zeitung Die Welt, unter den 4,5 Millionen Arbeitslosen in Deutschland seien sicherlich jede Menge Ingenieure. „Aber wir sind selbst erstaunt darüber, welche Flexibilitätsbarrieren es in Deutschland gibt. Einige Menschen wollen nicht von Süddeutschland nach Norddeutschland umziehen.“

Puttfarcken sagte, die Hälfte der benötigten neuen Mitarbeiter habe Airbus bereits gefunden. „Rund 600 Mitarbeiter suchen wir noch. Aber wir stoßen auf Engpässe, wenn es um Ingenieure geht.“ Das zum Luft- und Raumfahrtkonzern EADS gehörende Unternehmen müsse das Problem dadurch lösen, daß es sich überall in Europa nach Mitarbeitern umschaue. „In Schweden haben wir bei Saab Ingenieure gefunden. Auch in England, Italien und Spanien sind wir unterwegs“, sagte Puttfarcken.

Airbus benötigt die neuen Mitarbeiter, um die Produktion in Deutschland hochfahren zu können. Von der kleinen Flugzeugbaureihe A318, A319, A320 und A321 würden derzeit noch 30 Maschinen im Monat gefertigt. Wegen der hohen Nachfrage - von den 1 111 Flugzeugbestellungen allein aus dem vergangenen Jahr entfielen etwa 900 Maschinen auf dieses kleine Programm - werde dies nun erhöht. „Ab Frühjahr 2007 werden wir 32 Maschinen bauen, ein Jahr später dann 34 Flugzeuge. In der Airbus-Geschichte ist das ein absolutes Maximum“, sagte Puttfarcken. Dazu habe Airbus gerade unter anderem eine vierte Lackierhalle in Hamburg gebaut.

Zugleich betonte der Manager, daß Airbus in der Fertigung schneller werden müsse: „Kunden sagen uns, es kann nicht sein, daß ich heute ein Flugzeug bestelle und es erst in mehreren Jahren bekomme.“ Schließlich dauere die Produktion für ein Flugzeug unter einem Jahr. „Unsere Vorlaufzeiten sind wegen der vollen Bestellbücher viel zu lang. Das wollen wir ändern. Sonst entgeht uns wertvolles Marktpotenzial“, sagte der Airbus-Chef. Ziel sei es, die Dauer von der Entwicklung bis zur Auslieferung eines Flugzeugs um 40 Prozent zu verkürzen. Airbus müsse dafür mehr Arbeiten parallel machen und mehr Zuliefererfirmen einbeziehen.

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