Förderung von Jungunternehmern
„Wir sehen uns an der Wall Street“

Kinderwagenbremsen, Alpaka-Wollmützen und Wäschekörbe auf Rollen: Das sind die Geschäftsideen von Schülern, die bald auf den Schreibtischen von Patentämtern oder Investmentbankern landen könnten - dank des "Network for Teaching Entrepreneurship". Der US-Verein macht aus Problemjugendlichen Erfolg versprechende Unternehmer.

NEW YORK / DÜSSELDORF. Die Hände haben Kühlschranktemperatur, dabei tragen 1 500 Gäste behagliche Wärme in den Kongresssaal des New Yorker Hotels Marriott Marquis. Die Lippen sind mehr blau als rot, und der Körper bibbert vor Aufregung. Dabei gibt der schwarzhaarige Schlaks im Hosenanzug eine prächtige Figur ab. "Hello, my name is Mona Wingerter, I am from Westend Realschule Worms, Germany", sagt die 15-Jährige ins Mikrofon.

Neben Wingerter steht Miss America 2004, vor ihr Wall-Street-Koryphäen wie Oppenheimer-FundsChef John Murphy und John Whitehead, Ex-Chairman von Goldman Sachs. Miss America lächelt nur routiniert, die Milliardenverwalter jedoch spenden herzlichen Applaus für Mona Wingerter und 35 weitere Schüler aus aller Welt. "Young Entrepreneurs of the Year" dürfen sie sich fortan nennen.

Sie haben Geschäftsideen vorgestellt, die bald auf den Schreibtischen von Patentämtern oder Investmentbankern landen könnten: Wäschekörbe auf Rollen, Alpaka-Wollmützen aus Peru oder die Kinderwagen-Bremse "Stroller Stopper".

Unternehmer Peter Cowie, der im Verwaltungsrat von Microsoft und Hewlett-Packard sitzt, ruft den Schülern vom Podium aus zu: "Okay guys, see you on Wall Street!"

Optimismus zeichnet viele Galaveranstaltungen an der Wall Street aus. Doch einmal im Jahr wissen die Unternehmer ihre ermutigenden Reden noch zu steigern: wenn das "Network for Teaching Entrepreneurship" (NFTE) seine Schüler und Lehrer des Jahres auszeichnet. Ausgesprochen nennt sich der gemeinnützige Verein "nifty", was im Englischen auch "geschickt" und "raffiniert" bedeutet.

Ziel von NFTE ist die Förderung von Eigeninitiative, Selbstständigkeit und Unternehmergeist - besonders bei Jugendlichen mit schlechten Startchancen. Hier werden Tellerwäscher-Storys nicht nur erzählt, sondern auch gezielt unterstützt. 1,25 Millionen Dollar lassen Sponsoren allein an diesem Abend in New York springen.

Mona Wingerter ist ein sensibles und eigenwilliges Kind, das in seiner Realschule in Worms anfangs nicht zurechtkommt. Frustriert wechselt sie die Klasse, nimmt an einem NFTE-Kurs teil - und findet Spaß daran, "Entrepreneur" zu sein.

Seit langem ist Mona überzeugt, dass die Welt langweilige T-Shirts trägt. Mit ihrer Firma "Booom Shirts" will sie das ändern und Geld mit ihrer Kreativität verdienen. Mit ihrer Idee, die als Spinnerei im Klassenzimmer begann, schafft sie es an diesem Abend ins Kreativ-Mekka am New Yorker Times Square - als Belohnung für die Wahl zur deutschen "NFTE Schülerin des Jahres 2007".

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