Folge internationaler Bilanzierungsregeln
SAP prüft variable Vergütungsprogramme

Der Walldorfer Softwarekonzern SAP stellt die variablen Teile seiner Mitarbeiter-Entgelte auf den Prüfstand. Ziel seien globale Vergütungsstrukturen, sagte ein Sprecher am Donnerstag in Walldorf.

Reuters WALLDORF. Ein „Compensation Committee“ analysiere derzeit die gesamte Entlohnungsstruktur der 29 000 SAP-Mitarbeiter weltweit. Dabei sollen auch die steuerlichen Auswirkungen der Aktienoptionspläne ins Kalkül gezogen werden. Bei SAP laufen noch drei verschiedene aktienbezogene Programme zur variablen Vergütung. Ein Recht auf Aktienoptionen haben nur etwa zweitausend Führungskräfte und so genannte Leistungsträger. Seit 2003 ist die Ausübung der bis zu 19 Mill. Optionen, die bis 2007 ausgegeben werden können, nur noch an den SAP-Aktienkurs gebunden, der seit der Ausgabe der Option um zehn Prozent gestiegen sein muss.

Bis Ende 2002 konnten die Führungskräfte zwischen Optionen und Wandelschuldverschreibungen wählen, die noch bis zum Jahr 2010 laufen. SAP-Vorstandssprecher Henning Kagermann etwa hält 90 000 Wandelschuldverschreibungen. Deren Ausübung ist an die Entwicklung des SAP-Aktienkurses im Vergleich zum Goldman Sachs Technology Index geknüpft. Nur der Optionspreis des Jahres 2002 liegt derzeit unter dem aktuellen Aktienkurs. Für alle übrigen Mitarbeiter hat SAP das so genannte „STAR“-Programm aufgelegt. Danach erhalten die Beschäftigten Boni, deren Höhe sich an der Aktienkursentwicklung orientieren.

Das neue Stock Options Programm (SOP) muss im Gegensatz zu seinem Vorgänger und zu STAR nach den geltenden internationalen Bilanzierungsregeln nicht als Personalaufwand gebucht werden. Würden alle aktienorientierten Vergütungsprogramme von SAP nach Marktwerten gebucht, hätte sich laut Geschäftsbericht 2002 ein um rund 132 Mill. € niedrigeres Konzernergebnis ergeben.

Der US-Softwarekonzern Microsoft hatte am Mittwoch angekündigt, statt der zunehmend wertlosen Aktienoptionen an seine Mitarbeiter künftig Aktien auszugeben, die als Aufwand verbucht werden müssen. DaimlerChrysler will seine Aktienoptionsmodelle ebenfalls überprüfen, deren Ausgestaltung zuletzt in die Kritik geraten war.

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