Forscher entwickeln eigene Internetplattform: Bundeswehr-Uni fördert die Gleichberechtigung

Forscher entwickeln eigene Internetplattform
Bundeswehr-Uni fördert die Gleichberechtigung

Nur 110 der 1 950 Studenten an der Helmut-Schmidt-Universität in Hamburg sind Frauen. Dennoch hat sich Michel Domsch, Wirtschaftsprofessor an der Hochschule der Bundeswehr, gerade dieses Teils der Bevölkerung angenommen. Zusammen mit seinen Mitarbeitern und Kollegen entwirft er in einem vom Familienministerium geförderten Projekt eine Informationsplattform für Unternehmen, die sich für die Gleichberechtigung der Frauen einsetzen.

Als Vorbild dient dem Professor der Deutsche Aktienindex (Dax). Für börsennotierte Unternehmen ist die Aufnahme in den Leitindex Dax eine Art Ritterschlag. Und genauso populär soll der so genannte „Genderdax“ einmal werden.

Während an der Börse aber vor allem Marktkapitalisierung und Streubesitz über die Aufnahme in den Index entscheiden, hat Domsch ein völlig anderes Auswahlverfahren entworfen. Demnach müssen die Konzerne belegen, dass sie beispielsweise Programme gestartet haben, um karriereorientierten Frauen die Verknüpfung zwischen Berufs- und Privatleben zu ermöglichen.

Insgesamt sollen am Ende der zweijährigen Projektphase je 100 Großkonzerne und Mittelständler auf der Plattform vertreten sein. Der „Genderdax“ soll Frauen dann als Richtschnur bei der Suche nach einem potenziellen Arbeitgeber dienen.

Und auch für Unternehmen zahlt sich die Aufnahme aus. Aus wirtschaftlichen Gründen seien Frauen oft die besseren Angestellten, sagt Domsch. Denn während mögliche Schwangerschaften und Erziehungszeiten bei Personalern für Skepsis sorgen, zeichnen sich Frauen durch eine größere Solidarität ihrem Arbeitgeber gegenüber aus. „Männer wechseln viel schneller und häufiger die Firma“, sagt Domsch.

Zudem bewerben sich Frauen meist nur bei zwei oder drei Unternehmen gleichzeitig. Männer schicken ihre Unterlagen im Durchschnitt gleich an fünf bis zehn Personalabteilungen. Die Chance, einen geeigneten Bewerber also am Ende tatsächlich für das eigene Unternehmen zu gewinnen, ist bei Frauen größer.

Die Helmut-Schmidt-Universität wurde 1972 als Hochschule der Bundeswehr Hamburg gegründet. Den heutigen Namen erhielt sie vor zwei Jahren. Erst 2001 kamen die ersten weiblichen Studenten an die Hochschule. Neben Wirtschafts- und Organisationswissenschaften bietet die Universität Studiengänge aus den Bereichen Elektrotechnik, Maschinenbau und Pädagogik an.

Bewerber müssen sich für mindestens zwölf Jahre bei der Bundeswehr verpflichten und die Offiziersprüfung bestehen. Dafür erhalten sie während der Lehrzeit ein volles Gehalt. Unterrichtet wird an der Universität in Trimestern, das heißt in drei statt zwei Studienblöcken im Jahr. Insgesamt stehen den 1 950 Studenten, darunter 46 ausländische, 100 Professoren zur Seite.

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