Fortbildung ist vorrangig
Leiharbeitnehmer muss sich nicht degradieren lassen

Ein qualifizierter Leiharbeitnehmer muss sich nicht ohne weiteres wegen „fehlender Nachfrage“ degradieren lassen. Das hat das Arbeitsgericht Frankfurt in einem am Mittwoch bekannt gewordenen Urteil entschieden.

HB/dpa FRANKFURT/M. Die Richter gaben damit der Klage eines Sachbearbeiters gegen eine Leiharbeitsfirma statt.

Das Unternehmen hatte den Mitarbeiter mittels Änderungskündigung zum gewerblichen Arbeiter degradiert. Damit verdiente er rund 400 Euro weniger im Monat. Zur Begründung hieß es, seine kaufmännischen Qualifikationen reichten nicht mehr für die gestiegenen Anforderungen der Kunden aus. Der Arbeitnehmer verfüge insbesondere nicht über ausreichende Computer- und Fremdsprachen-Kenntnisse. Laut Urteil hätte das Unternehmen jedoch zunächst eine Fortbildung anbieten müssen. Erst wenn sich herausstelle, dass der Arbeitnehmer unwillig oder fachlich überfordert sei, dürfe er degradiert werden.

Az.: 5 Ca 10235/02

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