Freistellung nicht rechtens
Gekündigte Mitarbeiter dürfen weiter arbeiten

Das Arbeitsgericht in Frankfurt urteilte kürzlich, dass betriebsbedingt gekündigte Arbeitnehmer sich nicht bis zum Ende der Kündigungsfrist von der Arbeitsleistung freistellen lassen müssen, wenn sie dies nicht möchten. Vielmehr können sie auf Weiterbeschäftigung bis zum Ablauf der Kündigungsfrist bestehen.

Im behandelten Fall war eine Arbeitnehmerin nach 35-jähriger Betriebszugehörigkeit wegen Umstrukturierungen im Unternehmen gekündigt worden. Auf Grund der sofortigen Umorganisation wollte der Arbeitgeber sie unter Fortzahlung ihres Gehalts bis zum Ende der sechsmonatigen Kündigungsfrist von der Arbeit freistellen. Die Frau klagte jedoch gegen ihre Freistellung und hatte damit Erfolg.

Die Arbeitsrichter begründeten ihre Entscheidung damit, dass Arbeitnehmer nicht nur Anspruch auf Gehalt, sondern auch auf eine tatsächliche Beschäftigung bis zum Ende der Kündigungsfrist hätten. Eine Ausnahme ergebe sich lediglich, wenn im Arbeitsvertrag die Freistellung ausdrücklich vereinbart wurde.

(Arbeitsgericht Frankfurt am Main, AZ: 22 Ga 325/04)

Quelle: Creditreform Nr.03 vom 01.03.2005 Seite 037

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