Für Gewinnbeteiligung von Beschäftigten
„Die schämen sich wohl vor ihren Frauen“

Karstadt-Quelle-Vorstandschef Thomas Middelhoff hat sich nach eigenen Angaben durch seinen Wechsel zu dem Handelskonzern beim Gehalt deutlich verschlechtert.

HB BOCHUM. Als früherer Vorstandschef bei Bertelsmann habe er „deutlich mehr“ verdient und bei der arabischen Beteiligungsfirma Investcorp „sehr viel mehr“, sagte Middelhoff am Dienstag vor einer Abiturklasse des Schiller-Gymnasiums in Bochum. Doch die Sanierungsaufgabe bei Karstadt-Quelle habe ihn gereizt, weshalb er den geringeren Verdienst akzeptiert habe.

Vor seinem Amtsantritt bei Karstadt-Quelle im Mai vergangenen Jahres war der Manager von 1998 bis 2002 Bertelsmann-Chef, danach Partner der Londoner Investcorp.

„Ich bekomme fix 700 000 Euro und Bonuszahlungen, die sich auf bis zu 2,1 Millionen Euro jährlich belaufen können“, bekannte der Manager, der sich auch kritischen Fragen der Schüler ausgesetzt sah. 2005 habe er wegen der laufenden Sanierung des Essener Handelskonzerns nicht die maximale Bonuszahlung erhalten, fügte Middelhoff hinzu.

Auf die Frage nach persönlichen Konsequenzen nach den tiefen Einschnitten für die Belegschaft des sanierungsbedürftigen Konzerns sagte Middelhoff, der gesamte Vorstand verzichte seitdem auf 15 Prozent des bisherigen Einkommens. Der Chef des M-Dax-Konzerns fügte hinzu, er sei überzeugt, dass eine Gewinnbeteiligung für die Beschäftigten sich sehr positiv auf die Motivation der Mitarbeiter und das Betriebsklima auswirke.

„Ich bin für die Offenlegung von Managergehältern, weil ich keine Probleme damit habe“, betonte Middelhoff. Zur Frage der Schüler, warum noch viele Vorstände in deutschen Unternehmen sich gegen eine Offenlegung der persönlichen Vergütungen sträubten, sagte Middelhoff: „Ich habe da meine persönliche Theorie. Die dagegen sind, schämen sich womöglich vor ihren Ehefrauen, weil dann zu Tage treten könnte, dass sie weniger verdienen als andere Vorstandsmitglieder.“

Middelhoff besuchte die Bochumer Schule im Rahmen der Initiative „Chef zu gewinnen“ des Job- und Wirtschaftsmagazins karriere? karriere fördert damit den Austausch zwischen Schule und Wirtschaft. Auch Metro-Chef Hans-Joachim Körber, Tchibo-Chef Dieter Ammer und Verleger Stefan von Holtzbrinck verraten den Schülern, was nicht in ihren Lehrbüchern steht.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%