Gericht entschied zugunsten von Verkäuferin
Kopftuch allein rechtfertigt keine Kündigung

Einer Verkäuferin in einem Kaufhaus darf nach einem Beschluss des Bundesverfassungsgerichts nicht gekündigt werden, nur weil sie als Moslemin ein Kopftuch trägt.

Reuters KARLSRUHE. Die Verfassungsrichter nahmen die Verfassungsbeschwerde des Besitzers eines Kaufhauses im hessischen Schlüchtern nicht an und bestätigten damit in einem am Donnerstag veröffentlichten Beschluss eine Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts (BAG).

Dieses hatte sein Urteil damit begründet, dass sich aus dem Verhalten der Frau keine wesentliche Betriebsstörung oder wirtschaftliche Nachteile für das Kaufhaus ergäben. Der bloße Verdacht reiche für eine Kündigung nicht aus. Schließlich müsse die Frau nicht unbedingt in der Parfümerie-Abteilung eingesetzt werden. Die Abwägung zwischen der Berufsfreiheit und der Glaubensfreiheit durch das BAG sei nicht zu beanstanden, stellten die obersten deutschen Richter fest. (Az.: 1 BvR 792/03).

Die Moslemin arbeitete seit 1989 in dem Kaufhaus, kündigte aber erst nach Jahren an, sie werde künftig bei der Arbeit ein Kopftuch tragen, nachdem sich ihre religiösen Vorstellungen gewandelt hätten. Daraufhin hatte das Kaufhaus ihr gekündigt. Am 24. September verkündet das Bundesverfassungsgericht sein Urteil in einem weiteren „Kopftuch-Streit“. Dabei geht es um die verweigerte Übernahme der moslemischen Lehrerin Fereshta Ludin in das Beamtenverhältnis.

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