Haben Old-Boys-Netzwerke Zukunft?
Karrieretipp: Ein Netzwerk aufbauen, bevor es benötigt wird

Baue Dir ein Netzwerk, bevor Du es brauchst, lautet einer der wichtigsten Tipps von Thorsten Knobbe, Managing Director der Karriereberatung Leaderspoint.de. „Viele Klienten, die Ihre Stelle verlieren, merken zu spät, dass sie isoliert sind“, sagt der promovierte Karrierecoach. Knobbe beschreibt, wie zeitgemäßes Netzwerken funktioniert.

HB DÜSSELDORF. Im digitalen Zeitalter gewinnt die ewige Gretchenfrage des Kontaktmanagements an Bedeutung: Lässt sich Netzwerken nach bestimmten Regeln automatisieren? Kontaktnetzwerke sind nach wie vor wichtig für den Erfolg im Beruf. Sie können die Jobsuche erleichtern, die Informationsbeschaffung - etwa über Wettbewerber - beschleunigen oder auch einfach den Bekanntenkreis erweitern, in welchem man einem gemeinsamen Freizeitinteresse nachgeht. Im klassischen Sinne bedeutet Netzwerken das persönliche Kennenlernen möglichst vieler Menschen, die einem im Laufe des weiteren (Berufs-)Lebens einmal nützlich sein könnten. Man gewinnt seine Kontakte über den persönlichen Bekanntenkreis, durch Studium, Freizeitbeschäftigung, Clubs, Alumni-Verbindungen (Old-Boys-Netzwerke) und schließlich vielfältige berufliche Interaktion.

In diesem Gefüge gibt es zwei entscheidende Nachteile: Wer allzu offen durchscheinen lässt, dass es ihr oder ihm nur um das Kontaktmanagement zum möglichen persönlichen Vorteil geht, wird von den Anderen in der Regel sehr schnell abgelehnt. Sie fühlen sich bedrängt, sogar ausgenutzt. Dies gilt allzumal in institutionalisierten Zirkeln wie Clubs oder Vereinen. Erfolgreiches Netzwerken verlangt also eine sehr diskrete, ja bisweilen distinguierte Herangehensweise, die noch dazu langfristig ausgelegt ist.

In Online-Netzwerken tummeln sich Headhunter

Dies ist der zweite entscheidende Nachteil: Wenn man ein Netzwerk braucht, aber bislang keines aufgebaut hat, ist es meist zu spät. Klassisches Netzwerken ist aufwändig und verlangt Weitsicht. Wenn ich Informanten oder tatkräftige Unterstützung brauche, ist die Bedürfnislage bereits eingetreten. Online-Plattformen schaffen hier Abhilfe. So hinterlässt ein Netzwerker mit wenigen Mausklicks und Tasteneingaben sein nach Belieben mehr oder weniger detailliertes Profil. Jeder interessierte Nutzer dieser Plattform kann das Profil einsehen und sofort Kontakt aufnehmen. Der Austausch kann dann entweder per Email oder Telefon erfolgen, nach Absprache natürlich auch persönlich. Doch sind dadurch die Nachteile des klassischen Netzwerkens behoben? Nicht ganz, denn die Kontaktsuche über Online-Plattformen erfordert eine ebenso systematische Kontaktpflege.Wer einen Ansprechpartner per Email kontaktiert, erhält längst nicht am nächsten Tag eine Antwort oder gar einen neuen Job. Die Jobsuche mag indes erleichtert werden, zumindest kann man bisweilen relevante Ansprechpartner bei attraktiven Unternehmen kennenlernen.

Ebenso tummeln sich viele Headhunter im Web, die Kandidaten gezielt über eine Kontaktplattform ansprechen. Hier gilt: Auch dies ist ein Weg unter vielen. Übrigens wird auch die Bewerbungsmappe dadurch nicht überflüssig. Nach dem Erstkontakt werden in der Regel Anschreiben und Lebenslauf eingefordert. Sehr praktisch ist aber, dass man eine Vielzahl von Kontakten sehr rasch knüpfen und verfolgen kann. Es soll aber bereits Kontaktjäger geben, die Kontakte nur um der Anzahl willen sammeln. Hier verwechseln diese Mitglieder Netzwerken mit Sammeln. Der Vorteil des Online-Netzwerkens liegt in der Unterstützung des klassischen Netzwerkens und beschleunigt das Kennenlernen. Daher ist die digitale Präsenz für den professionellen Netzwerker heute unverzichtbar.

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