Hessisches Landesarbeitsgericht
Schlechter Führungsstil kann fristlose Kündigung rechtfertigen

Mangelhafter Führungsstil von Vorgesetzten kann ihre fristlose Kündigung rechtfertigen.

HB FRANKFURT/M. Das hat das Hessische Landesarbeitsgericht in Frankfurt in einem am Dienstag bekannt gewordenen Urteil entschieden. Die Richter wiesen die Klage der Leiterin einer Kindertagesstätte gegen den Träger der Einrichtung zurück und erklärten die außerordentliche Kündigung der langjährigen Beschäftigten für zulässig (Az: 1 Sa 19/04).

Zwischen der Frau und den acht ihr unterstellten Erzieherinnen sowie den Eltern der betreuten Kinder war es zu erheblichen Spannungen gekommen. Die Leiterin hatte ihre Mitarbeiter angeschrien, schikaniert und den Kontakt zu den Eltern verhindert. Nach einer Personalbesprechung wurde eine der Erzieherinnen mit einem Nervenzusammenbruch ins Krankenhaus gebracht. Sieben der acht Beschäftigten kündigten mit Hinweis auf das Verhalten der Vorgesetzten.

Laut Urteil musste die Leiterin vor der Kündigung nicht abgemahnt werden, da "nicht erkennbar war, dass sie in der Lage und willens gewesen wäre, ihr Verhalten zu ändern". In Anbetracht der langen Beschäftigungsdauer von mehr als zehn Jahren sprach ihr das Gericht allerdings eine "soziale Auslauffrist" des Arbeitsverhältnisses mit einer kleinen Lohnnachzahlung zu.

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