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Hinzuverdienst bei Renten wegen voller oder teilweiser Erwerbsminderung

Anspruch auf Rente wegen voller Erwerbsminderung haben Versicherte, die ...

Anspruch auf Rente wegen voller Erwerbsminderung haben Versicherte, die auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt weniger als drei Stunden tätig sein können. Wer zwar noch unter sechs Stunden täglich erwerbstätig sein kann, aber keinen Arbeitsplatz hat, weil der Arbeitsmarkt für ihn verschlossen ist, gilt ebenfalls als voll erwerbsgemindert.
Seit Januar 2002 war bei Beziehern einer Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit beim zeitgleichen Zusammenreffen der Rente mit Hinzuverdienst der zulässige Hinzuverdienst taggenau zu prüfen. Diese sehr arbeitsaufwendige Regelung ist vom 1. 1. 2004 wieder abgeschafft worden. Nunmehr wird der Hinzuverdienst wieder nach Monaten und nicht mehr nach Tagen ermittelt. Damit erfolgt die Prüfung, ob die monatliche Hinzuverdienstgrenze überschritten wird, wieder monatsbezogen vorgenommen. Das heißt, auch wenn die Beschäftigung nur an einigen Tagen im Monat ausgeübt wurde, werden trotzdem die Einkünfte wieder mit der monatlichen Hinzuverdienstgrenze verglichen.
Wird die Rente wegen voller Erwerbsminderung in voller Höhe gezahlt, beträgt die monatliche Hinzuverdienstgrenze im Jahre 2004 sowohl in den alten Bundesländern als auch im Beitrittsgebiet monatlich 345 €. Diese Hinzuverdienstgrenze darf in zwei Monaten um jeweils einen Betrag bis zur Höhe dieser Hinzuverdienstgrenze im Laufe eines jeden Kalenderjahres überschritten werden.
Beispiel: Die Bezieherin einer Vollrente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit übt eine Beschäftigung mit einem monatlichen Arbeitsentgelt 300 € aus. Damit wird die monatliche Hinzuverdienstgrenze von 345 € nicht überschritten. Im Monat Juli übernimmt sie zusätzlich eine Urlaubsvertretung und erzielt daher im Monat August ein Arbeitsentgelt von insgesamt 600 €. Damit ist die monatliche Hinzuverdienstgrenze für eine ungekürzten Rente wegen voller Erwerbsminderung zwar überschritten; da das Arbeitsentgelt jedoch insgesamt das zweifache der monatlichen Hinzuverdienstgrenze für eine derartige Rente nicht überschreitet und es die erste Überschreitung der Hinzuverdienstgrenze im Laufe des Kalenderjahres ist, verbleibt es bei Zahlung der ungekürzten Rente wegen voller Erwerbsminderung.
Bezieher einer Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung dürfen im Rahmen der ihnen verbliebenen Erwerbsfähigkeit noch hinzuverdienen. Die Höhe des Hinzuverdiensts ist ausschlaggebend dafür, ob die Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung in voller Höhe von drei Vierteln, in Höhe der Hälfte oder überhaupt nicht mehr gezahlt wird. Die maßgebliche Hinzuverdienstgrenze ist für jeden Bezieher von teilweiser Erwerbsminderungsrente individuell zu errechnen. Da diese Berechnung nicht einfach ist, sollte die jeweilige Hinzuverdienstgrenze beim Rentenversicherungsträger erfragt werden.

Quelle: DER BETRIEB, 07.04.2004

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