Hochschulnachwuchs
Interesse an Universitätskarrieren lässt nach

Mit der Verbreitung der Juniorprofessuren ist das Interesse an der traditionellen Universitätskarriere weiter gesunken: Die Zahl der Habilitationen hat 2006 weiter abgenommen. Insbesondere Frauen zeigen weniger Interesse.

HB WIESBADEN. Das Statistische Bundesamt hat im vergangenen Jahr nur noch 1.993 Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen an deutschen Hochschulen gezählt, die die für eine klassische Professur notwendigen wissenschaftlichen Arbeiten geschrieben haben. Wie das Amt in Wiesbaden mitteilt, ging dabei erstmals seit fünf Jahren auch der Frauenanteil zurück.

Die Zahlen für 2006 liegen damit leicht unter denen von 2005 (2.001). Gegenüber 2002, als die Habilitationen mit 2.302 ihren Höchststand erreichten, ist allerdings ein scharfer Rückgang um 13 Prozent zu verzeichnen. „Diese Entwicklung dürfte auf die Einführung der Juniorprofessur zurückzuführen sein, die einen alternativen Qualifizierungsweg zum traditionellen Habilitationsverfahren darstellt“, erklärten die Statistiker. „Während es 2002 lediglich 102 Juniorprofessuren gab, wurden 2005 bereits 617 Juniorprofessuren gezählt. Im Vergleich dazu blieb die Gesamtzahl der Professorinnen und Professoren mit 37.900 von 2002 bis 2005 annähernd konstant.“

Mit der Habilitation weisen Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen ihre Lehrbefähigung nach und können sich um eine Professur an Hochschulen bewerben. Wie in den Jahren zuvor wurden die meisten Habilitationsverfahren 2006 in der Fächergruppe Humanmedizin (45 Prozent) abgeschlossen. Darauf folgten die Sprach- und Kulturwissenschaften sowie Mathematik und Naturwissenschaften mit jeweils 19 Prozent und die Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften mit zehn Prozent.

Der Frauenanteil bei den Habilitationen lag 2006 bei 22 Prozent. Damit sank er um einen Prozentpunkt gegenüber dem Vorjahr. In den Sprach- und Kulturwissenschaften allerdings, die mit 38 Prozent über den höchsten Frauenanteil verfügen, war im Vergleich zu 2005 ein leichter Anstieg um zwei Prozentpunkte zu verzeichnen. Ebenso in den Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften: Hier stieg die Quote um zwei Prozentpunkte auf 20 Prozent. Dagegen sank in der Humanmedizin die Quote um zwei Prozentpunkte auf 18 Prozent. In und Naturwissenschaften blieb der Frauenanteil bei den Habilitierten mit 19 Prozent konstant.

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