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Ingrid Schmidt ist neue Präsidentin des Bundesarbeitsgerichts

Ein halbes Jahrhundert musste vergehen, bevor erstmals eine Frau an die ...

Ein halbes Jahrhundert musste vergehen, bevor erstmals eine Frau an die Spitze des BAG gelangte. Am 1. 3. wurde die 49jährige Ingrid Schmidt Nachfolgerin von Prof. Dr. Hellmut Wißmann.
Frau Schmidt war nach Studium und zweijähriger Tätigkeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Frankfurt/Main zunächst Richterin am Sozialgericht Wiesbaden (1985-1990) und am Landessozialgericht Darmstadt (1990-1994).
Ab November 1990 für gut zwei Jahre an das Bundesverfassungsgericht abgeordnet, war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin des Verfassungsrichters Prof. Dr. Thomas Dieterich, in dessen Referat für die freien Berufe (Art.12 GG) sie mit der Bearbeitung der sozialrechtlichen Aspekte betraut wurde. Dieterich erkannte ihr noch stärkeres Interesse am Arbeitsrecht und schlug sie deshalb für eine Berufung nach Kassel vor, als er 1994 BAG-Präsident geworden war. Frau Schmidt war damals erst die vierte Richterin innerhalb von 40 Jahren. Zunächst Mitglied des 7., dann des 1. Senats, wurde sie am 1. 9. 2002 Vorsitzende des 6.Senats. Nun übernimmt sie als Präsidentin den Vorsitz im 1. Senat, der u. a. für das Betriebsverfassungs- und Arbeitskampfrecht zuständig ist.
Gegenwärtig sind fünf der 34 Planstellen beim BAG mit Frauen besetzt. Das ist zwar ein großer Fortschritt, Frau Schmidt - alles andere als eine "Quotenfrau" - kann diese Entwicklung aber noch weiter vorantreiben. Sie lebt vor, dass Frauen voll berufstätig sein und trotzdem ein "normales" Familienleben führen können. Weil ihr Mann als Chemie-Ingenieur in Mannheim voll berufstätig ist und noch zwei Kinder im schulpflichtigen Alter zu betreuen sind, wohnt die Familie nach wie vor im südhessischen Bürstadt. Die Arbeit ließ sich im Gericht, unterwegs und zu Hause gut organisieren, so dass keiner zu kurz kam.
Die Fachliteratur hat sie durch beachtliche Beiträge an den Schnittstellen von Arbeits- und Sozialrecht, der Grundrechte mit dem Arbeitsrecht, zum Kündigungsschutz-, Betriebsverfassungs- und Europarecht bereichert.

Quelle: DER BETRIEB, 02.03.2005

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