Innovative Konzepte
Millionenprogramme sollen Lehre an den Hochschulen verbessern

Deutschlands Universitäten sind im internationalen Wettbewerb in der Lehre nicht mehr konkurrenzfähig. Um dies zu ändern, fordert die Wirtschaft innovative Konzepte und eine Änderung der Curricula. Nun sollen neue Wettbewerbe einen Bewusstseinswandel in Gang bringen.

DÜSSELDORF. Eliteunis gut und schön – aber nicht nur gute Forscher braucht das Land: Zwei Initiativen, jeweils mit zehn Millionen Euro dotiert, sollen nach einem Jahrzehnt Forschungsfokussierung jetzt die Hochschulen anspornen, innovative Konzepte für sich als Lehranstalt und ihre Curricula zu entwickeln. So hat der Stifterverband gemeinsam mit der Kultusministerkonferenz den bundesweiten „Wettbewerb exzellente Lehre“ ausgerufen und die Volkswagen-Stiftung zusammen mit der Stiftung Mercator die Ausschreibung „Bologna – Zukunft der Lehre“.

Profitieren können alle: Die Hochschulen, die im internationalen Wettbewerb in der Lehre nicht mehr konkurrenzfähig sind, die Studierenden, deren Ansprüche die neuen Studiengänge noch nicht erfüllen – und die Unternehmen, die im „war for talents“ bislang nicht immer die Absolventen vorfinden, die sie sich wünschen.

„Gerade jetzt, wo nach der Umstellung der Studiengänge die ersten Masterabsolventen entlassen werden, scheint ein Bewusstseinswandel im Gange“, beobachtet Wilhelm Krull, Generalsekretär der Volkswagen-Stiftung. Es sei an der Zeit, die Curricula zu überdenken und neu zu definieren. In anderen Ländern sei dies bereits früher geschehen. „Selbst Harvard hat vor einigen Jahren eine Task-Force gebildet und überlegt, was es bedeutet, am Anfang des 21. Jahrhunderts inhaltliche Konzepte neu zu füllen.“ Krull spricht von der Suche nach einer neuen Balance: „Je spezialisierter und eng geführter die Forschung, desto wichtiger werden die Vermittlung von breitgefächertem Wissen und die Persönlichkeitsbildung.“

Wie wichtig neue Ansätze in der Lehre sind, betont Dieter Dohmen, Direktor des Forschungsinstituts für Bildungs- und Sozialökonomie Fibs. „Allein die hohe Abbrecherquote in einigen Studienfächern zeigt doch, wie wenig die Vorstellung der Studierenden mit der Realität an den Hochschulen zu tun hat – und wie sehr die Realität an den Hochschulen von der Realität am Arbeitsmarkt abweicht.“ In der Tat: „Die Unternehmen erwarten auch, dass Studenten wichtige Schlüsselqualifikationen für ihren späteren Job erwerben“, betont Andreas Schlüter, Generalsekretär des Stifterverbands. „Insbesondere in den methodischen und sozialen Schlüsselkompetenzen sehen wir aktuell den Handlungsbedarf, um Studierende besser auf den Arbeitsmarkt vorzubereiten“, sagt Angela Titzrath-Grimm, bei Daimler Leiterin der weltweiten Führungskräfteentwicklung. Neben dem fundierten Fachwissen sei dies unabdingbar. Die Hochschulen sieht sie deswegen „weiterhin in der Pflicht, die Studiengänge so zu gestalten, dass die Studierenden gut auf den Beruf und die Praxis vorbereitet werden“.

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