Internet im Büro
Nur nach Feierabend privat surfen

Auch wenn der Chef privates Surfen am Arbeitsplatz erlaubt, können Mitarbeiter Probleme bekommen. Wenn sie zum Beispiel zu lange privat im Netz unterwegs sind. Solche Touren sollten sie auf die Zeit nach dem Feierabend verschieben, rät Hanno Timner, Partner der Kanzlei Hogan & Hartson Raue in Berlin.

Herr Timner, in vielen Unternehmen ist privates Surfen am Arbeitsplatz erlaubt oder zumindest nicht ausdrücklich verboten. Ist es dann trotzdem möglich, Mitarbeitern wegen ausufernder Privatnutzung fristlos zu kündigen?

Ja. Das Bundesarbeitsgericht hat in einem aktuellen Urteil klargestellt, dass eine fristlose Kündigung auch in solchen Fällen in Betracht kommt. Der Arbeitgeber muss allerdings nachweisen, dass das private Surfen eine erhebliche Pflichtverletzung darstellte.

Das ist der Fall, wenn Arbeitnehmer auf Seiten mit strafbarem Inhalt waren, etwa Kinderpornografie oder extremistischer Propaganda?

Nicht nur. Eine solche Pflichtverletzung kann den Richtern zufolge beispielsweise auch vorliegen, wenn Mitarbeiter während der Arbeitszeit lange zu Privatzwecken online sind. Für diese Fälle gibt es aber keine klaren Kriterien, Arbeitsgerichte haben deshalb großen Ermessensspielraum.

Was bedeutet das für Arbeitnehmer?

Auch wenn privates Surfen nicht verboten ist, sollten sie das sicherheitshalber nur nach Feierabend machen. Noch besser ist es, wenn Unternehmen per Betriebsvereinbarung klarstellen, ob, wann und in welchem Umfang Mitarbeiter privat surfen dürfen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%