Jedes Wort zählt
Manager, büffelt Vertragsrecht!

Auch für Firmenlenker gilt: Ein wasserdichter Vertrag ist Gold wert. Denn die herausgehobene Position deutscher Spitzenmanager korrespondiert mit einem gesteigerten Risiko, für vermeintliche Fehler, die oft Jahre zurückliegen, später zur Rechenschaft gezogen zu werden.

GARMISCH. Geschäftsführer oder Vorstände sollten deshalb vor dem Vertragsschluss jedes Wort auf die Goldwaage legen, raten Experten - zumal sie zugleich vom Kündigungsschutz per Gesetz ausgeschlossen sind. "Will sich die Gesellschaft von ihrem Manager trennen, muss sie nur die gesetzliche Kündigungsfrist beachten", sagt Afsaneh Sahavi, Anwältin im Kölner Büro der Kanzlei Dahl. "Vor diesem Hintergrund ist das Bedürfnis, der Führungskraft bei deren Ausscheiden eine Abfindung zu zahlen, eher gering."

Führungskräfte sollten deshalb gegenüber dem neuen Aufsichtsrat beziehungsweise den Gesellschaftern auf klare Regelungen pochen - unter anderem zur Laufzeit des Vertrags, der Haftung und Abfindung im Fall des Ausscheidens. "Der GmbH-Geschäftsführer hat sich zunächst zu entscheiden, ob er einen unbefristeten Dienstvertrag mit möglichst langer Kündigungsfrist auf das Halbjahres- oder Jahresende oder einen befristeten Dienstvertrag mit ebenfalls möglichst langer Laufzeit präferiert. In jedem Fall sollte er darauf achten, dass seine Karriereplanung nicht jäh durch eine Koppelungsklausel durchkreuzt wird", warnt Antje Burmester, Anwältin im Kölner Büro der Kanzlei Ulrich Weber & Partner. Der Grund: Derartige Klauseln binden das Schicksal des Amtes an das Schicksal des Dienstvertrags und führen dazu, "dass der Dienstvertrag ohne gesonderte Kündigung automatisch mit Abberufung aus dem Amt endet", so Burmester.

Und das kann beim GmbH-Geschäftsführer grundsätzlich jederzeit und ohne Angabe von Gründen erfolgen. Auch dem Vorstand droht etwa über die Hauptversammlung leicht der Vertrauensentzug.

Ihre gesamte Aufmerksamkeit müssen Manager zudem auf die Haftungsregelungen im Anstellungsvertrag richten. Zwar unterliegt etwa die Haftung des Geschäftsführers gegenüber der Gesellschaft "zum überwiegenden Teil zwingenden - äußerst strengen - gesetzlichen Vorschriften, die nicht vertraglich abbedungen werden können", erläutert Sahavi. Der Geschäftsführer könne aber seine Haftung zumindest auf Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit begrenzen. "Vorsicht allerdings auch hier: In die Haftungsbegrenzung sollte aufgenommen werden, dass diese beim Eintritt einer Insolvenz der Gesellschaft nicht für Pflichtverletzungen gilt, die dem Gläubigerschutz dienen." Anderenfalls dürfte die Haftungsbeschränkung unzulässig und damit nichtig sein.

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