Jobs der Zukunft
Megatrend 1: Eine Arbeitswelt

Ein Deutscher und ein Spanier scribbeln eine Design-Studie für einen Autohersteller, der Projektleiter, ein Japaner, nickt ab, dann gibt die Marketing-Abteilung in den USA per Videokonferenz ihren Senf dazu. In vielen Unternehmen wird schon heute so gearbeitet. Und morgen erst recht.

"Die Globalisierung steht erst an ihrem Anfang", sagt Professor Hermann Simon, Chef der Unternehmensberatung Simon, Kucher & Partners. Ihr Motor ist der Welthandel. Simon rechnet in den nächsten 20 Jahren mit jährlich 2 000 Dollar Export pro Kopf, die wachsende Weltbevölkerung einkalkuliert. Anfang 1900 waren es noch sechs Dollar, heute sind es 1 000.

Deutschland liegt gut im Rennen, denn trotz Konjunkturflaute ist es immer noch die Handelsnation Nummer zwei hinter den USA und vor Japan. Jeder fünfte Arbeitsplatz ist nach Angaben des Deutschen Instituts für Wirtschaft direkt oder indirekt vom Export abhängig ­ Mitte der 90er Jahre war es nur jeder sechste Arbeitsplatz.

Weltweiter Talentkrieg

Die Globalisierung stellt deutsche Unternehmen vor strategische Herausforderungen. Simon: "Am wichtigsten ist es, kontinuierlich internationales Personal zu rekrutieren." Der Erfolg eines Markteintritts hänge davon ab, ob es gelinge, qualifizierte Mitarbeiter vor Ort zu finden. "Das müssen High Potentials sein, die in ihrem Heimatland einen Standort für das deutsche Unternehmen aufbauen und halten können." Schon in zwei Jahren könnten solche internationalen Top-Leute wieder schwerer zu bekommen sein, so das Ergebnis einer Studie der Unternehmensberatung Cap Gemini Ernst & Young. 43 Prozent von 176 befragten Personalverantwortlichen gaben an, dass 2005 die Suche nach Top-Mitarbeitern wieder eine große Rolle spielen werde. Vergangenes Jahr stuften nur 23 Prozent die Rekrutierung von High Potentials als wichtig ein. Laut Simon ist der Kampf um die Talente bereits jetzt wieder entbrannt: "In Krisenzeiten werden die Marktpositionen neu entschieden und nicht, wenn es wieder bergauf geht."

Mit Übersee per Du

Hat ein Unternehmen sein Personal zusammen, steht es vor neuen Problemen: Mobilität und Kommunikation werden zu entscheidenden Erfolgsfaktoren. Um Vertrauen zu Geschäftspartnern im Ausland herzustellen, bleiben persönliche Kontakte notwendig.

In den Unternehmen sorgen so genannte Diversity-Manager (Vielfalt-Manager) dafür, dass die Zusammenarbeit in internationalen Teams funktioniert. Der Beruf, der aus den USA bald nach Deutschland kommt, hat seinen Schwerpunkt noch auf der interkulturellen Kompetenz. Mittelfristig werden auch andere individuelle Unterschiede wie Alter, Geschlecht oder Religion als Reibungsflächen in Unternehmen erkannt.

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Quelle: Junge Karriere

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