Jobs der Zukunft
Megatrend 2: Patchworking

Good bye Langeweile. Täglich um neun ins Büro gehen, zehn Jahre und länger in dieselben Gesichter gucken, an den immer gleichen Produkten arbeiten ­ die klassische Angestellten-Mühle gehört bald der Vergangenheit an. Das Basler Forschungsinstitut Prognos rechnet bis 2020 mit wesentlich mehr Selbstständigen und Freiberuflern.

Grund: Der Wandel von der Dienstleistungs- zur Wissensgesellschaft eröffnet Selbstständigen völlig neue Chancen, denn Wissen ist überall gefragt. Auch die Arbeitsansprüche ändern sich: Der Job muss interessant sein, den persönlichen Neigungen und Fähigkeiten entsprechen und eigenverantwortliches Handeln erlauben. "Diese Ziele lassen sich nun mal am ehesten als Selbstständiger verwirklichen", sagt Matthias Horx, Gründer des Kelkheimer Zukunftsinstituts, das sich mit der künftigen Entwicklung der Arbeitswelt beschäftigt.

Projekte auf Zeit

Der Trendforscher geht davon aus, dass sich in den kommenden zehn bis 15 Jahren das Modell der Projektarbeitsverträge durchsetzen wird. "Man arbeitet drei bis fünf Jahre lang in einem Team zusammen, etwa um eine neue Software, ein neues Produkt oder eine neue Zeitschrift zu entwickeln und ans Laufen zu bringen. Danach geht jeder wieder seine eigenen Wege", beschreibt Horx die klassischen Arbeitsverhältnisse von morgen.

Wichtigster Trend: Die Lebensphasen-Karriereplanung. So ist zwischen 35 und 45 Jahren bei vielen Kinder und Familie, und damit Teilzeit und Jobpause angesagt ­ statt Karriere. Schließlich bleibt danach bis zur Rente mit 70 noch genügend Zeit, um noch einmal durchzustarten. "Gerade Frauen werden in den kommenden Jahren die Chance zum Wiedereinstieg in den Job nutzen", vermutet Monika Rühl. Voraussetzung sind flexiblere Arbeitszeitmodelle, mehr Teilzeitarbeit und Ganztagsbetreuung für Kinder.

Work-life-Dilemma

Doch die Balance von Beruf und Privatleben ist kein reines Frauenthema. "Die Grenzen zwischen Job und Freizeit verschwimmen", sagt Zukunftsforscher Horx. "Das ist das große Dilemma unserer Zeit." Schon heute scheitern viele Partnerschaften an Familie- Beruf-Konflikten. Auch die Gesundheit leidet unter der Doppellast. Eine Lösung sieht Horx in neuen Lebens- und Arbeitsmodellen: Etwa "Working Couple", also Paare, die an gemeinsamen Projekten arbeiten, oder "Patchwork-Jobber", die zugunsten einer höheren Lebensqualität auf Einkommen verzichten und mit mehreren Nebenjobs ihren Lebensunterhalt verdienen.

kas

Quelle: Junge Karriere

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