Jobs der Zukunft
Megatrend 3: Grey Economy

Altern ist mega-in. In 15 Jahren sind die ergrauten Babyboomer, die heute 35- bis 45-Jährigen, Deutschlands wichtigste und kaufkräftigste Konsumenten-Gruppe ­ so genannte "Master Consumer". "Alterung ist der Zukunftstrend schlechthin", bestätigt Axel Börsch-Supan, Direktor des Mannheimer Forschungsinstituts für Ökonomie und demografischen Wandel. Der Senior Citizen ist konsumfreudig, aktiv und vor allem wohlhabend.

Grund genug für Marketing-Leute und Produktdesigner, ihn zu ihrem erklärten Liebling zu machen. Künftig bestimmen die Alten die Nachfrage: neue Produkte, neue Werbespots, neue Models, neue Zielgruppe. Namen für die Trendsetzer von morgen sind bereits gefunden: "Woopies" (well off old people) oder "Selpies" (second life people).

Oldies im Office

Auch vor den Büros wird der Siegeszug des Senior Citizen nicht halt machen: Schon 2005 werden mit 23 Prozent im Kollegenkreis erstmals mehr über 50-Jährige als unter 30-Jährige vertreten sein, sagt das Statistische Bundesamt. In 15 Jahren ist es schon ein Drittel. Das heißt radikales Umdenken bei jenen 60 Prozent aller Unternehmen in Deutschland, die gar keine Mitarbeiter über 50 mehr beschäftigen. "Noch gilt: Wer bis 40 sein Karriereziel nicht erreicht hat, für den wird es sehr schwer", sagt Andrea Erdmann, Personalberaterin aus Bergheim bei Köln.

Das wird sich grundlegend ändern. "In wenigen Jahren wird das Rentenalter im Schnitt bei 70 liegen, statt wie bisher bei 60", schätzt Bevölkerungsforscher Herwig Birg. Bereits heute gibt es einen Vorschlag der Rürup-Kommission, das Renteneinstiegsalter bis 2030 schrittweise auf 67 Jahre zu erhöhen.

Der Nachwuchsmangel zwingt Unternehmen, Wissen und Erfahrung der Mitarbeiter möglichst lange an Bord zu halten. "Wer glaubt, er betreibe eine gute Personalpolitik, wenn er nur eine Belegschaft von 30-Jährigen im Auge hat, geht an der Realität völlig vorbei", warnt Politiker und Demografie-Experte Harald Schartau.

"Zweite Karriere" heißt das Zauberwort: Jenseits der 60 arbeiten, mit geringerer operativer Verantwortung und weniger Stress. Neue Berufsbilder für die Senior Professionals können Jobs als Coach, Mentor, interner Berater oder Trainer sein.

"Ausgelernt" ist nicht

Besondere Herausforderung: Damit Innovationsprozesse nicht zum Erliegen kommen, ist lebenslange Weiterbildung ein Muss. "Der Satz ,Ich habe ausgelernt' muss endgültig aus unserem Vokabular verschwinden, wenn wir für die Arbeitswelt der Zukunft gewappnet sein wollen", sagt Monika Rühl, Diversity-Managerin bei der Lufthansa, die für die Fluggesellschaft Konzepte für eine Belegschaft 50plus erarbeitet. Bislang sind Weiterbildungen für ältere Semester noch die Ausnahme. Gerade mal ein Prozent der über 55-Jährigen hat im vergangenen Jahr an Kursen teilgenommen, ermittelte das Statistische Bundesamt. Die heute 30-Jährigen werden sich den Luxus des süßen Nichtstuns nicht mehr leisten können.

kas

Quelle: Junge Karriere

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