Kampf den unpünktlichen Mitarbeitern
So disziplinieren Sie chronische Zuspätkommer

"Tut mir leid wegen der Verspätung, aber mein Auto ist heute morgen nicht angesprungen und unterwegs musste ich einer alten Frau über die Straße helfen." Hören Sie des öfteren solche fadenscheinigen Ausreden für verspätetes Erscheinen? Falls ja, sollten sie sich die folgenden Zeilen gut durchlesen. Egal ob Arbeitsbeginn oder Meeting: So disziplinieren Sie chronische Zuspätkommer.

Erwartungen definieren
Machen Sie Ihrem Team von Beginn an klar, was Sie erwarten: Pünktliches Erscheinen, Zuverlässigkeit und die fristgerechte Fertigstellung von Projekten. Nur wenn Sie diese Werte klar kommunizieren, können Sie erwarten, dass sie auch eingehalten werden – oder andernfalls Gegenmaßnahmen ergreifen.

Vorbild sein
Wenn sich in Ihrer Abteilung viele chronische Zuspätkommer befinden, kann das auch an der Unternehmens- oder Besprechungskultur liegen. Denken Sie einmal über Ihr eigenes Verhalten als Vorgesetzter nach: Kommen Sie auch häufig nach Dienstbeginn oder treffen Sie bei Meetings grundsätzlich zehn Minuten zu spät ein? Dann müssen Sie sich nicht wundern, wenn sich dieses Fehlverhalten auch bei Ihren Mitarbeitern einbürgert. Seien Sie als Chef ein gutes Vorbild und leben Sie das Verhalten vor, das Sie von Ihrem Team erwarten.

Klare Signale
Starten Sie Meetings pünktlich, auch wenn noch ein Mitarbeiter fehlt. „So setzen Sie ein klares Signal, dass Unpünktlichkeit nicht akzeptiert wird“, rät Managementtrainer Herbert Walter. Beim Eintreffen des Verspäteten sollten Sie nur kurz reagieren. „Sagen Sie: „Herr Schmidt, Sie haben sicher einen guten Grund weshalb sie zu spät erscheinen, lassen sie uns später darauf eingehen“. Damit machen Sie für alle anderen deutlich, dass Pünktlichkeit zu den obersten Prinzipien und Meetingregeln gehört“.

Sanft beginnen
„Wenn Sie mit unpünktlichen Mitarbeitern reden, sollten Sie verschiedene Kritikstufen durchlaufen“, rät die Unternehmensberaterin und Managementtrainerin Ute Binder-Kissel. „Beginnen Sie sehr freundlich und sagen Sie: „Ich würde mir wünschen, dass...“. Wenn dies keine Wirkung erzielt, schildern Sie im nächsten Schritt konkrete Situationen, in denen Sie warten mussten, und werden Sie dringlicher, indem Sie sagen: „Ich bitte Sie darum, in Zukunft pünktlich zu sein“.

Deutlich werden
Wenn Ihre freundlichen Bitten beim Mitarbeiter nicht fruchten, sollten Sie deutlicher werden. Drücken Sie im Gespräch klar Ihren Ärger aus, zum Beispiel durch den Satz: „Ich erwarte, dass sich Ihr Verhalten ändert“. Noch deutlicher werden Sie durch das Setzen einer Frist. Machen Sie klar, dass Sie die Unpünktlichkeit zum Beispiel noch zwei Wochen beobachten, sich das Verhalten dann aber nicht mehr länger gefallen lassen. Erst wenn all das nicht hilft, sollten Sie mit negativen Konsequenzen drohen.

Angemessene Konsequenzen
Unpünktlichkeit nervt und behindert alle Beteiligten. „Wenn ein Mitarbeiter zu Projektbesprechungen immer zu spät kommt, dann schließen Sie ihn aus dem Projekt aus. Denn sein Verhalten zeigt: Er nimmt die Arbeit nicht wichtig genug“, empfiehlt Ute Binder-Kissel. Betreuen Sie ihn mit unbeliebten und weniger verantwortungsvollen Aufgaben. „Eine Abmahnung sollte es nur im absoluten Härtefall geben“, rät die Expertin.

Gründe erörtern
Wenn Sie genügend Zeit und Geduld haben, sollten Sie den Mitarbeiter nach den Ursachen der Unpünktlichkeit fragen. Liegt es an persönlichen Problemen, Überlastung im Job oder an mangelnder Selbstdisziplin? Vielleicht können Sie einige Probleme gemeinsam beheben. Bei allem Verständnis müssen Sie jedoch klar ausdrücken, dass das Verhalten so nicht weiter geduldet werden kann.

Protokoll führen
Wenn Sie einen unpünktlichen Mitarbeiter auf sein Fehlverhalten ansprechen, müssen Sie damit rechnen, dass er dies abstreitet. Dann sollten Sie Ihren Vorwurf belegen können. Notieren Sie deshalb schon vorher konkrete Situationen, in denen der Betreffende unpünktlich war. Wenn Sie sagen: „Sie kamen in der letzten Woche zu drei Meetings zu spät und das können die Kollegen Schmidt und Meier bezeugen“, ist Leugnen zwecklos. Rufen Sie die anderen Mitarbeiter aber möglichst nicht tatsächlich in den Zeugenstand gegen ihren Kollegen, denn das schürt Konflikte in der Belegschaft.

Geldstrafen einführen
Wenn Sie Zuspätkommer nicht gleich mit Abmahnung oder Projektentzug drohen wollen, können Sie auch eine Kasse aufstellen, in die jeder Mitarbeiter bei Unpünktlichkeit ein paar Euro zahlen muss. Diese Variante kennt man zwar eher aus dem Sportverein, kann aber auch im Unternehmen helfen. Denn wenn sich die eigenen Verspätungen häufen, kann das auf Dauer ganz schön teuer werden.

Keine Kompromisse
Auch wenn ein unpünktlicher Mitarbeiter sonst hervorragend arbeitet oder Sie eine persönliche Bindung zu ihm haben, dürfen Sie nicht über sein Fehlverhalten hinwegsehen. „Ein fauler Apfel verdirbt den ganzen Korb“, sagt Trainer Herbert Walter. „Bei Meetings und im Kundenservice darf es keine Kompromisse geben“.

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