Karriereziel Australien
Neue Heimat

Die Wirtschaft boomt, Fachkräfte sind begehrt – Australien ist ein Paradies für Einwanderer, auch aus der Bundesrepublik. Viele von ihnen erleben eine Lebensqualität, die sich in Deutschland schwer erreichen lässt. Welche Berufe gefragt sind und wie der Einstieg gelingt.
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DÜSSELDORF. Draußen, in den Straßenkneipen von Brisbane, trinken sich die Sportfans warm. Die Luft vibriert unter dem Geruch von Bier und Bacon. Vom Stadion treibt Gejohle herüber. Den Start der australischen Cricket-Saison will niemand verpassen. In einem düsteren Seminarraum im Stadtzentrum hockt dennoch ein Dutzend Manager am runden Tisch. Ihr Thema: "Wie werbe ich Fachkräfte aus Übersee an?"

Die Unternehmer klagen. Sechs vakante Stellen habe sie, moniert die Personalleiterin eines Baukonzerns. Seit Monaten schon! Aber hier finde sie einfach keine Leute. Vor Jahren habe sie mal einen deutschen Ingenieur eingestellt, einen "exzellenten Mann". Liebend gern würde sie noch mal so einen nehmen.

Australien sucht massenhaft ausländische Arbeitskräfte: Die Zahl derjenigen, die erfolgreich nach Downunder ziehen, steigt stetig. Wem sich Australien erst einmal öffnet, findet oft eine berufliche Freiheit, wie sie in Europa selten geworden ist. Diese Freiheit macht viele Zuwanderer glücklich. Doch der Schritt dorthin hat Tücken: Ungeschriebene Spielregeln bestimmen den Arbeitsmarkt und Visa-Kriterien wurden verschärft.

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3678 Bundesbürger - doppelt so viele wie noch vor zehn Jahren - erhielten im vergangenen Jahr ein Visum, um sich für immer oder zumindest für längere Zeit im Land der Kängurus niederzulassen. Und rund 20 000 Deutsche spielen mit dem Gedanken, nach Australien auszuwandern, schätzt Landeskenner Jörg Lenz, Geschäftsführer des Internetportals australien- info.de. Sein Auswandererforum wird von "Ich-will-hier-weg"-Einträgen fernwehkranker Deutscher regelrecht überrollt. Migrationsberater bestätigen den Trend: "Die Anfragen steigen ständig", sagt Paul Laufenberg, ein auf deutsche Auswanderer spezialisierter Fachanwalt mit Sitz im australischen Surferstädtchen Byron Bay.

Australien sprüht vor Aufbruchstimmung und Chancen. Die Arbeitslosenquote auf dem fünften Kontinent liegt bei 4,6 Prozent. 2006 entstanden 261 200 neue Stellen. "Es regnet Jobs", titelte jüngst die Tageszeitung "The Sydney Morning Herald". Der Personalmangel treibt die IT-Branche, den Minensektor und die Bauindustrie bereits in Produktionsengpässe. 240 000 qualifizierte Fachleute werden in den nächsten zehn Jahren gebraucht, haben Arbeitsmarktexperten berechnet.

Die Regierung in Canberra reagierte prompt: Seit zwei Jahren rührt sie massiv die Werbetrommel, um Gastarbeiter aus aller Welt ins Land zu locken. Die Permanent Residency, das dauerhafte Arbeits- und Aufenthaltsvisum, bekommt trotzdem nicht jeder. Nach einem zunehmend strengeren Punktesystem pickt sich Australien aus dem Heer der Bewerber gezielt die Spezialisten heraus, die den Arbeitsmarkt passgenau bereichern: Ingenieure und Computerexperten, Zahnärzte und Psychiater, Automechaniker und Bäcker. Die Liste der gefragten Talente ist lang.

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