Kein finanzieller Status Quo
Vier Wege zu mehr Geld in den USA

Pedro Lavez arbeitet im Mittel-Management einer Bekleidungsfirma in Los Angeles und verdient 50 000 Dollar im Jahr. „Ich bin ganz zufrieden“, sagt der 28-jährige Marketing-Mann. Und genau das ist ein Fehler, urteilt Alan Johnson, Chef von Johnson & Associates.

LOS ANGELES. „Zu viele Angestellte geben sich mit dem finanziellen Status Quo zufrieden“, kritisiert Alan Johnson, Chef von Johnson & Associates, einer New Yorker Consulting-Firma, die ihren Kunden beibringt, wie sie mehr Geld aus dem Job herausholen. Er hat jetzt mit Kompensations-Experten und Personalchefs einen Vier-Punkte-Plan für Manager erstellt, die gerne mehr verdienen würden.

Reden Sie mit dem Chef. Viele Leute machen einen sehr guten Job und hoffen, dass es der Chef schon merken wird. Völlig falsch, sagt Craig Schneider, Vize-Präsident von Human Resources bei Biogen aus Cambridge in Massachusetts. 2005 erhielten die Besten im Job in den USA laut der Consulting-Firma Hewitt Associates eine durchschnittliche Gehaltserhöhung von 9,9 Prozent. Der Durchschnitts-Performer dagegen musste sich mit 3,6 Prozent mehr Gehalt zufrieden geben. Grund genug, dem Boss im Detail mitzuteilen, wie man die finanziellen Ziele der Firma mit seinen Aktivitäten nach vorne treiben will, rät Laury Sejen von der Berater-Firma Watson Wyatt.

Konkret: in zwei Meetings mit dem Boss. Im ersten Treffen, um zu fragen, was er als Maximum an Bezahlung in der Firma bekommen kann. Und im zweiten Meeting, um vom Boss zu erfahren, wie er den höchsten Gehaltsanstieg erreichen kann. Lässt sich die Firma nicht auf genaue Jobziele ein, kann der Mitarbeiter am Jahresende selbst seine avisierten Ziele mit den erreichten Zielen abgleichen – etwa das Umsatzplus für die Firma. Das macht es auch für Vorgesetzte einfacher, die Leistung zu überprüfen.

Setzen Sie auf sich selbst. Ein US-Manager mit einem Jahreseinkommen von 50 000 Dollar erhält bei Erreichen der gesetzten Ziele meist zehn Prozent Bonus am Jahresende. Am besten ist es, sich selbst ein höheres Ziel zu setzen, und das mit dem Chef zu Jahresbeginn zu diskutieren. Bei Biogen Inc. können Angestellte mehr als 200 Prozent des Zielbonus’ erreichen, wenn sie ihre eigenen Ziele entsprechend überschreiten.

Lassen Sie uns über Geld reden. Mehr Verantwortung in der Firma, andere Aufgaben innerhalb derselben Firma, die normalerweise besser bezahlt werden, eine plötzlich erhöhte Marktnachfrage des Berufsstandes. Alles Indikatoren, die nach einer Gehaltserhöhung außerhalb der geregelten jährlichen Erhöhungen verlangen. So geschehen in den USA Ende der 90er-Jahre, als die Firmen plötzlich IT-Managern ungeahnte Gehälter zahlten. Firmen haben normalerweise Budgets in der Hinterhand, die genau auf solche Eventualitäten ausgerichtet sind, sagt Laury Sejen.

Achten Sie auf die kleinen Dinge. Die Amerikaner nennen es Freebies, kleine Bonbons, wie eine Mitgliedschaft im Fitnesscenter oder Fortbildungskurse. Hewitt fasst zusammen: 30 Prozent aller US-Firmen legen auf Spenden der Mitarbeiter an soziale Einrichtungen nochmal dieselbe Summe drauf und bezahlen Fortbildungskurse. 19 Prozent der US-Firmen bieten Rabatte für Kino- und Freizeitpark-Tickets an.“ Darüber macht man sich keine Gedanken, bis man in der Schlange steht bei Disneyland und 100 Dollar pro Familienmitglied zahlt. Plötzlich wird das Angebot vom Arbeitgeber auch finanziell sehr interessant“, berichtet Steve Gross von Mercer HR Consulting.

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