Klage gegen Schichtplanwechsel
Mutter hat Recht auf Schichtdienst

Bei der Bestimmung der Arbeitszeit muss der Arbeitgeber auf die familiären Pflichten des Arbeitnehmers Rücksicht nehmen, soweit einer vom Arbeitnehmer gewünschten Verteilung der Arbeitszeit nicht betriebliche Gründe oder berechtigte Belange anderer Arbeitnehmer entgegenstehen.

HB/crz GARMISCH. Mit dieser Begründung hat das Landesarbeitsgericht (LAG) Rheinland-Pfalz der Mutter eines 4-jährigen Kindes Recht gegeben, die sich mit ihrer Klage gegen einen Schichtplanwechsel zur Wehr gesetzt hatte - ansonsten hätte sie sich die Betreuung des Jungen mit ihrem ebenfalls in Schichtdienst arbeitenden Mannes nicht mehr teilen können. Das Gericht verurteilte ihren Arbeitgeber, eine französische Fluggesellschaft, dazu, die Mitarbeiterin nur noch für die Nachtschicht und Werktags an den Vormittagen zu beschäftigen, weil der Junge dann im Kindergarten untergebracht ist. Nur so könne die Mutter Beruf und Familie in Einklang bringen.

Dagegen hatte die Fluggesellschaft argumentiert, sie müsse sich bei der Aufstellung der Schichtpläne nach dem Arbeitsanfall - nach der Zahl der abzufertigenden Flüge - richten. Hierbei entstehe in bestimmten Zeiten ein größerer, zu anderen Zeiten ein geringer Bedarf an Arbeitskräften. Entsprechend seien die Schichtpläne gestaltet. Das ließen die Richter aber nicht gelten.

Dem Arbeitgeber stehe zwar grundsätzlich hinsichtlich der Festlegung der Arbeitszeit ein Direktionsrecht zu. Dieses Recht dürfe aber nur nach billigem Ermessen ausgeübt werden. Hier seien die beiderseitigen Interessen nicht angemessen abgewogen worden. Zu den auf Seiten des Arbeitnehmers zu berücksichtigenden Umständen gehörten insbesondere dessen familiäre Belange.

AZ: LAG Rheinland-Pfalz: 10 Sa 820/ 04

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