Komplexe Sicherheitsbedrohung
Phishing-Mails vom Chef

Computerkriminelle starten immer öfter und immer raffiniertere Attacken. Sicherheits- und IT-Fachabteilungen funken SOS. Doch die Manager nehmen ihr Risiko und das der Firma nicht ernst.

DÜSSELDORF. Weil Computerkriminelle die Systeme von Unternehmen häufiger denn je angreifen und dabei immer geschickter vorgehen, funken viele Sicherheits- und IT-Fachabteilungen SOS. Beim Top-Management kommen diese Notrufe allerdings nicht an. Das ist das Ergebnis einer Befragung von mehr als 1 130 IT-Experten in Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz durch das Sicherheitsunternehmen Secunet Security Networks in Essen.

Die Zahl der Angriffe auf Computersysteme in Unternehmen ist in diesem Jahr im Vorjahresvergleich um 20 Prozent gewachsen. Das Gefährliche: „Die Attacken sind erfolgreicher als früher“, urteilt Secunet-Vorstand Rainer Baumgart. „Jeder zweite IT-Fachmann gab an, dass die Schadensfälle nach Angriffen zugenommen haben.“

„In den letzten Jahren sind die Sicherheitsbedrohungen sehr viel komplexer geworden“, beschreibt Steffen Pohlenz, IT-Leiter beim Biotechnologieunternehmen Morphosys in München, das Problem. „Schadenscodes greifen heute über unterschiedliche Wege an.“ Während bislang vor allem E-Mail-Systeme oder Internet-Browser attackiert wurden, zielen Hacker heute auch auf die Lücken in Speichersystemen oder Datenbanken. So gelangen Computerkriminelle etwa über schlecht geschützte Netzschnittstellen wie Tarifrechner auf einer Webseite in das Unternehmensnetzwerk. Das US-Sicherheitsunternehmen Secure Works erläutert, dass sich derartige Angriffe auf Firmendatenbanken im Vergleich zum Vorjahr vervierzigfacht haben. „Meist stecken professionelle Wirtschaftsspione hinter diesen Aktionen“, weiß Andreas Lamm, Deutschland-Geschäftsführer des Herstellers für Antivirensoftware Kaspersky.



» MBA-Newsletter:


Alle 14 Tage die neuesten Nachrichten


aus den wichtigsten Business Schools



Auch beim Versenden gefälschter Mails werden die Angreifer immer trickreicher. Sie verschicken etwa Nachrichten an Unternehmensmitarbeiter, die so aussehen, als kämen sie vom Chef. „Diese Nachrichten sind zum Beispiel so formuliert, als hätten sie etwas mit Gehaltsfragen zu tun“, erzählt Olaf Lindner, Sicherheitsberater vom Softwareunternehmen Symantec. Die Mitarbeiter werden in den Mails aufgefordert, Kontozugangsdaten oder Passwörter preiszugeben oder bestimmte Internetseiten anzuklicken, durch die ihre Computer automatisch mit Hackercode infiziert werden.

Seite 1:

Phishing-Mails vom Chef

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%